Konsumschwäche belastet Versandhauskonzern
Otto muss Rückgang hinnehmen

Auch der Hamburger Handelskonzern Otto leidet unter der Konsumschwäche. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Einbußen bei Gewinn und Umsatz verzeichnet. Der weltweit größte Versandhändler zeigte sich allerdings nach einem Umsatzplus im ersten Quartal für das laufende Jahr zuversichtlich. Eine Umstrukturierung soll zudem die Verwaltungskosten senken.

HB HAMBURG. „Wir sind besser als der Markt ins neue Geschäftsjahr gesartet“, sagte Vorstandschef Michael Otto auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Hamburg mit Blick auf das Umsatzplus von 4,1 % im ersten Quartal 2004/2005. Für die zweite Jahreshälfte erwartet die Otto Group, die in 19 Ländern 123 Unternehmen unterhält, eine Belebung der Konsumnachfrage im In- und Ausland.

„Wir haben uns vom wirtschaftlichen Trend nicht ganz abkoppeln können“, sagte Otto zur Entwicklung des am 29. Februar beendeten Geschäftsjahres. Der Gewinn vor Steuern (Ebt) sei um mehr als sieben Prozent auf 307 Mill. € zurückgegangen, der Umsatz sei währungsbereinigt um 2,3 % auf 14,3 Mrd. € gefallen.

Die negativen Entwicklungen im Handelsgeschäft hofft Otto mit Wachstum aus anderen Geschäftsbereichen wie Finanzdienstleistungen und Service ausgleichen zu können. Neben dem klassischen Katalogversand gewinne vor allem der elektronische Handel für die Otto-Gruppe immer mehr an Bedeutung, sagte der Vorstandschef. Mit dem E-commerce-Geschäft nimmt der Otto-Konzern nach eigenen Angaben weiter Position zwei hinter dem Internethändler Amazon ein. Mit einem Bruttoumsatzanstieg von 24 % im abgelaufenen Geschäftsjahr trage das Internetgeschäft mittlerweile zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. „Die gegenwärtig hohen Wachstumsraten im E-Business konnten die Umsatzeinbußen im klassischen Katalogversand indessen nicht kompensieren.“ Besonders die Umsatz- und Ertragsentwicklung im Universalversand entwickele sich oft noch nicht zufriedenstellend, fügte er hinzu.

Zudem will die Otto-Gruppe den Wachstumskurs in diesem Jahr mit einer Neuordnung der Konzernstrukturen forcieren. „Damit wollen wir in unserer Gesamtleistung am Markt noch schneller, individueller und kundenfreundlicher werden“, sagte Otto. Von der Umstrukturierung erhofft sich der Konzern mit mehr als 55 000 Mitarbeitern rund ein Viertel der Verwaltungskosten einzusparen. Im Zuge der Neuordnung werde sich der Gesamtvorstand von Otto von derzeit zehn auf neun Mitglieder verkleinern.

Trotz sinkender Umsätze der inländischen Konzerngesellschaften und der nötigen Sparmaßnahmen hält Otto am Standort Deutschland als Firmenzentrale fest. „Wir planen weder eine Verlegung des Firmensitzes noch eine Verlagerung von Arbeitsplätzen aus Deutschland heraus ins Ausland“, betonte er. Das Geschäft der Auslandsgesellschaften fiel unter dem Stirch besser aus als das in Deutschland. So entwickelte sich das US-Geschäft mit einem Umsatzplus um knapp sieben Prozent überdurchschnittlich gut. Das Auslandsgeschäft trägt mittlerweile knapp die Hälfte zum Gesamtumsatz der Otto-Gruppe bei.

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