Kontraktlogistik
Gute Chance auf Neugeschäft

Logistiker, die sich auf die sogenannte Kontraktlogistik spezialisiert haben, leiden weitaus weniger unter der aktuellen Krise als andere Unternehmen der Branche. Warum die Kontraktlogistik eines der wenigen Geschäftsfelder ist, das trotz Krise wächst - und was sich hinter der Logistik von morgen verbirgt.

KÖLN. In Viernheim bei Mannheim ist die Logistik von morgen bereits Realität: Der Kontraktlogistiker Pfennig Logistics transportiert nicht nur, er bringt auch Etiketten an Waren an, montiert die Güter ihrer Kunden. Und wenn Einzelhändler etwas nicht verkaufen, kümmert sich Pfennig um die Retouren. Mit diesen Zusatzleistungen macht das Unternehmen die Hälfte seines Umsatzes. "Unsere Kontraktlogistiksparte ist von der Krise kaum betroffen", sagt Geschäftsführer Uwe Nitzinger.

Das gilt nicht nur für den Mittelständler aus Viernheim. Logistikdienstleister, die sich auf die Kontraktlogistik spezialisiert haben, leiden zurzeit weniger unter Umsatzeinbußen als andere Unternehmen der Branche. "Sie bieten höherwertige Produkte an und sind deshalb für ihre Kunden schwieriger zu ersetzen", sagt Klaus Dieter Ruske, Logistikspezialist bei Pricewaterhouse Coopers. Kontraktlogistiker verzeichnen zum Teil sogar Zuwächse, denn manche Kunden entschließen sich in der Krise, weitere Logistikdienstleistungen auszulagern. "Viele Firmen konzentrieren sich jetzt auf ihre Kernkompetenzen, um Kosten zu senken", sagt Ruske. Dazu zählen Forschung und Entwicklung sowie die Produktion, nicht die Logistik.

Darum kümmern sich Profis wie die Rieck Logistik Gruppe aus Berlin. Rieck ist erst vor wenigen Jahren in die Kontraktlogistik eingestiegen, zunächst bediente es die Solarindustrie. "Dort haben sich die Firmen oft sehr stark mit der Entwicklung ihres Produkts beschäftigt und die Logistik vernachlässigt", sagt Horst Stiegler, Geschäftsführer der Rieck Gruppe. Mittlerweile managt das Unternehmen aber auch Lager für Handelsfirmen und verwaltet Rohstoffe für Industrieunternehmen.

Die Krise sieht das Unternehmen nun als Chance, neue Geschäfte mit Kunden abzuschließen. So will Rieck die Umsatzeinbußen in anderen Sparten kompensieren. "Vor der Krise haben Kunden oft abgelehnt, wenn wir vorgeschlagen haben, dass wir Lager oder Qualitätsprüfung übernehmen", sagt Stiegler. "Jetzt sind wir erfolgreicher mit solchen Angeboten." Deshalb geht der Mittelständler nun besonders offensiv auf seine Kunden zu. Vertrieb und Marketing hat das Unternehmen in der Krise ausgebaut, berichtet Stiegler. "Wir warten nicht, bis die Kunden auf uns zukommen. Wir zeigen ihnen, was wir billiger erledigen können als sie selbst."

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