Kontrollgremium feuert Anteilseigner Joachim Herz
Eklat im Aufsichtsrat der Tchibo Holding

Krach im Aufsichtsrat des Kaffeeimperiums Tchibo Holding: Joachim Herz wurde gestern überraschend als Mitglied des Aufsichtsrats abgewählt. Er ist mit knapp 15 Prozent an dem Unternehmen beteiligt.

lip HAMBURG. „Ich bin aus dem Aufsichtsrat rausgeflogen, weil ich andere Vorstellungen über die Struktur des Tchibo-Konzerns vertreten habe“, begründete Herz im Gespräch mit dem Handelsblatt die Abwahl. Ein Tchibo-Sprecher wollte keinen Kommentar abgeben.

Joachim Herz hat nach eigener Aussage gegen den Willen der anderen Anteilseigner durchgesetzt, dass der Kosmetik- und Hautpflegekonzern Beiersdorf im Tchibo-Konzern konsolidiert wurde. Tchibo ist mit 50,5 Prozent an dem Nivea-Hersteller beteiligt. „Mein Bruder Michael wollte Beiersdorf nicht im Konzern konsolidieren“, sagte Joachim Herz.

Tchibo war 2003 mit dem Kauf von rund 20 Prozent der Beiersdorf-Aktien vom Versicherer Allianz zum mit Abstand größten Anteilseigner des Kosmetikherstellers aufgestiegen. Die Konsolidierung des Beiersdorf-Konzerns führte dazu, dass die Zahl der Mitglieder im Aufsichtsrat der Tchibo-Holding von zwölf auf sechzehn stieg und die Arbeitnehmer mehr Einfluss bekamen. Denn von den vier zusätzlichen Mandaten erhalten die Vertreter der Arbeitnehmerseite von Beiersdorf drei, die der Arbeitgeber nur eins. Damit haben die Arbeitnehmer von Beiersdorf erstmals einen Einblick in die Geschäfte des Kaffeekonzerns.

Mit dem Rauswurf von Joachim Herz dürften sich die Fronten zwischen den verfeindeten Anteilseignern wieder verhärten. Bereits seit Jahren liegt Joachim Herz mit seinem Bruder und Tchibo-Anteilseigner Michael im Clinch. Michael Herz hatte dafür gesorgt, dass Günter Herz und seine Schwester Daniela für mehr als vier Mrd. Euro aus dem Konzern ausgekauft wurden.

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