Konzentration auf organisches Wachstum
Große Versorger werden kleine schlucken

Als Eon im Januar 2003 die Ruhrgas AG übernahm, stieg das Unternehmen auf einen Schlag zum größten Energiekonzern Europas auf. Damit kam eine Akquisitionsstrategie zum vorläufigen Höhepunkt, die das Unternehmen seit 1998 konsequent verfolgte.

HB DÜSSELDORF. In die Übernahmen der britische Powergen, LG&E und Sydkraft waren schon zuvor 21 Mrd. Euro geflossen – zusätzlich zu den 12 Mrd. Euro, die im Zuge der Fusion zu Eon investiert wurden.

Grafik zur Energiebranche

Durch diese Transaktionen steigerte Eon seinen Energie-Umsatz von 13 Mrd. Euro im Jahr 1998 auf 44 Mrd. Euro 2002. Auch die RWE gab zwischen 1998 und 2002 rund 25 Mrd. Euro für Akquisitionen aus und steigerte ihren Umsatz durch den Zukauf von Thames Water, Innogy, Transgas und Stoen von 20 Mrd. Euro (1998) auf 40 Mrd. Euro im Jahr 2003.

Ebenso hat die Electricité de France (EdF) zwischen 1998 und 2002 13 Mrd. Euro in Europa investiert – vor allem in London Electricity und EnBW. Und auch Vattenfall steckte 2002/2003 in Deutschland vier Mrd. Euro in den Erwerb von HEW, Bewag und Veag.

Die Konsolidierung des Energiemarkts in Europa ist also in vollem Gang: Der Marktanteil der führenden drei Unternehmen – Electricité de France (EdF), RWE und Eon – hat sich in den letzten fünf Jahren von 14,5 auf 26,6 Prozent erhöht.

Als Folge der Übernahmen hat sich allerdings bei allen großen Unternehmen die Eigenkapitalquote erheblich verringert und so waren sie gezwungen, das Tempo zu drosseln: Seit 2002 konzentrieren sich die großen Energieversorger nun auf organisches Wachstum und verkaufen ihre Randgeschäfte.

Um ihre Position behaupten zu können, müssten die drei europäischen Spitzenunternehmen EdF, Eon und RWE nach Analysen der Unternehmensberatung A.T. Kearney in den kommenden Jahren jährlich um 10 bis 14 Prozent wachsen. Der Umsatz von RWE zum Beispiel müsste bis zum Ende der Dekade auf knapp 60 Mrd. Euro und der des Eon-Energiegeschäftes auf deutlich über 65 Mrd. Euro steigen, wie Berthold Hannes, Energiemarkt-Experte bei A.T. Kearney vorrechnet: „Das würde aber gerade mal ausreichen, um ihre Stellung im europäischen Markt zu halten.“ Da das Wachstum des Energiemarkts in Europa jedoch derzeit nur bei einem bis 1,5 Prozent liegt, sei klar, dass solche Raten nur über externes Wachstum erreicht werden können.

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