Konzentration aufs Kerngeschäft
RWE stößt Heideldruck-Anteil ab

Der Essener Energieriese setzt den Kurs fort, sich mehr und mehr auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Gut zwei Monate nach dem Verkauf der Bautochter Hochtief steht die Mehrheit des weltgrößten Druckmaschinenhestellers auf dem Verkaufszettel.

HB DÜSSELDORF. RWE biete Investoren von sofort an seine 50,02 % an Heidelberger Durck zum Kauf an, teilte die RWE AG am Mittwoch in Essen mit. Der Anteilsverkauf erfolgt über eine direkte Aktienofferte sowie eine Umtauschanleihe mit dreijähriger Laufzeit. Finanzexperten hatten diesen Schritt zwar erwartet, waren aber von dem Zeitpunkt überrascht.

Die im Nebenwerteindex MDax der Börse notierte Aktie des weltgrößten Druckmaschinenherstellers sackte um mehr als elf Prozent auf 26,80 € ab, die Anteilsscheine von RWE tendierten unverändert bei 36,75 €. Ein Sprecher von Heidelberger Druck wollte die Pläne des Großaktionärs zunächst nicht kommentieren und verwies auf eine Pressekonferenz am Mittag anlässlich der Druckmaschinenmesse Drupa in Düsseldorf. In der Vergangenheit hatte das Management aber wiederholt den Wunsch geäußert, den Streubesitz des Unternehmens an der Börse zu vergrößern. Derzeit sind rund 22 % des Aktienkapitals breit gestreut. Größere Aktienpakete halten darüber hinaus die Finanzhäuser Allianz, Commerzbank und Münchener Rück. Heidelberger Druck gehört seit rund 60 Jahren mehrheitlich zu RWE. Seit 1998 ist das Traditionsunternehmen an der Börse gelistet.

Analysten zeigten sich vom Zeitpunkt des Verkaufs durch RWE überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass sie das vor Ende der Drupa machen würden“, sagte ein Energieexperte einer Frankfurter Großbank. RWE-Chef Harry Roels hatte in der Vergangenheit stets deutlich gemacht, dass sich Deutschlands zweitgrößter Versorger mehr auf sein Kerngeschäft (Strom, Gas, Wasser) konzentrieren und seine Kapitalbasis nach vielen Zukäufen mit der Veräußerung von Randbeteiligungen wieder stärken wolle. Erst Ende Februar hatte RWE seine 56-prozentige Beteiligung am Essener Bauriesen Hochtief für insgesamt 950 Mill. € veräußert. Die Mittel wollte RWE unter anderem zum Schuldenabbau verwenden.

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