Konzern bekräftigt Jahresprognose
Post gewinnt trotz Marktöffnung neue Briefkunden

Die Deutsche Post hat den Verlust ihres heimischen Briefmonopols gut verdaut.

HB BONN. Die Umsätze im Unternehmensbereich Brief seien im ersten Halbjahr stabil geblieben, teilte Finanzchef John Allan am Donnerstag in Bonn mit. Der Ergebnisrückgang der Postbank infolge der Turbulenzen an den Finanzmärkten und das lahmende US-Expressgeschäft ließen den Gewinn des Bonner Konzerns allerdings schrumpfen.

Der Post-Vorstand bekräftigte jedoch seine Jahresprognose 2008. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sondereffekten von 4,1 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr sollen es 4,7 Milliarden Euro werden. Voraussetzung sei, dass sich die Weltkonjunktur nicht wesentlich abkühle.

Erfreut zeigte sich Finanzvorstand Allan über die Entwicklung des Briefgeschäfts: "Unter dem Strich hat der Bereich Brief seit der vollständigen Öffnung des Markts mehr Kunden hinzugewonnen als verloren." Das Monopol der Post am Briefmarkt war zum Jahreswechsel gefallen. Für den Brief-Bereich erwartet der Vorstand 2008 weiter einen operativen Gewinn (Ebit) von 1,95 Milliarden Euro. Mit der Bekräftigung dieser Prognose gibt sich das Management gleichwohl etwas optimistischer als noch zu Jahresbeginn, schließlich musste der Briefbereich in den vergangenen Monaten einige Geschäfte an andere Konzernsparten abgeben.

Die Auswirkungen der globalen Marktturbulenzen bekam der Konzern im zweiten Quartal vor allem beim Nettogewinn zu spüren. Der Überschuss nach Anteilen Dritter schrumpfte wegen Abschreibungen bei der Tochter Postbank, über deren Verkauf die Post weiter mit potenziellen Interessenten spricht, und Restrukturierungsaufwendungen für das seit Jahren defizitäre US-Expressgeschäft auf 254 (Vorjahr: 285) Millionen Euro. Der Gewinn blieb damit unter den Erwartungen von Analysten.

Das Ebit vor Einmaleffekten legte im Zeitraum April bis Juni auf 826 (727) Millionen Euro zu, nach Sondereffekten blieben 672 (703) Millionen Euro in den Kassen. Der Umsatz stieg auf 16,21 (15,4) Milliarden Euro - denn der Konzern konnte die steigenden Treibstoffkosten an die Kunden weitergeben. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten einen Umsatz von 16,05 Milliarden Euro, ein Ebit nach Sondereffekten von 706 Millionen und einen Gewinn nach Anteilen Dritter von 312 Millionen Euro erwartet.

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