Konzern bietet BASFund Gazprom Kooperation an
RWE-Aktionäre lehnen RAG-Börsenplan ab

Die Börsenpläne des Bergbau- und Industriekonzerns RAG stoßen bei Kleinaktionären des RAG-Anteilseigners RWE auf Widerstand. „Wenn Sie die Ruhrkohle für einen Euro abgeben, käme das fast einer Untreue gleich“, sagte Marc Tüngler, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gestern auf der Hauptversammlung der RWE AG in Essen.

juf ESSEN. Von dem Erlös, den RAG-Chef Werner Müller mit dem Börsengang zu erzielen hoffe, wollten die RWE-Aktionäre „eine Scheibe abhaben“. Auch andere Aktionäre äußerten Skepsis. „Wir haben nichts zu verschenken – vor allem nicht unser Vermögen“, sagte ein Anteilseigner.

Der Essener Energiekonzern ist neben Eon, Thyssen-Krupp und Arcelor Eigentümer der RAG und hält rund 30 Prozent der Anteile. Nach Müllers Plänen sollen die Anteilseigner ihre Aktienpakete für den symbolischen Betrag von nur einem Euro veräußern, um den Weg für den Börsengang der Tochter freizumachen. Im Gegenzug sollen sie von Altlasten im Zusammenhang mit eigenen Bergbaurisiken befreit werden. Ihre Zustimmung gilt derzeit als Haupthindernis, weil das Tauschgeschäft den Aktionären nur schwer zu vermitteln ist. Vor allem die Bewertung der Aktien und der Risiken ist umstritten.

RWE-Chef Harry Roels wollte sich nicht näher zu Müllers Plänen äußern. „Das Thema Börsengang ist im Aufsichtsrat der RAG bislang nicht behandelt worden, deshalb kann ich dazu nichts sagen.“ Er betonte aber, die Beteiligung an der RAG sei in den Büchern des Energiekonzerns weitgehend abgeschrieben. Andererseits ist RWE aber offenbar auch von den Risiken aus dem Steinkohlebergbau kaum betroffen. Rückstellungen die der Konzern in seiner Bilanz gebildet habe, würden überwiegend den eigenen Braunkohletagebau betreffen, sagte Finanzvorstand Klaus Sturany.

Irritiert hatte jüngst auch ein Kooperationsabkommen der RAG-Tochter Steag mit der Energie Baden-Württemberg AG, weil RAG im Sommer 2004 bereits mit RWE eine entsprechende Grundsatzvereinbarung geschlossen hatte. RWE führe mit der RAG intensive Gespräche sagte Roels. „Wir sind von der Steag aber nicht abhängig“, stellte er klar.

Eine Kooperation bot Roels auch der BASF AG und dem russischen Gazprom-Konzern zur Erschließung russischer Gasfelder an. „Wir können uns durchaus vorstellen, mit BASF und Gazprom zusammenzuarbeiten“, sagte er. BASF und Gazprom hatten am Montag ein Kooperationsabkommen geschlossen und erklärt, für weitere Partner offen zu sein.

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