Konzern gibt A&P-Filialen für 1,5 Milliarden Dollar ab
Tengelmann sagt Kanada tschüss

Die Mülheimer Handelsgruppe Tengelmann treibt nach eigenen Angaben den Verkauf ihres letzten Verlustbringers energisch voran. Bereits im kommenden Monat will die angeschlagene US-Lebensmittelkette A&P, an der Tengelmann die Mehrheit hält, ihr Kanada-Geschäft für knapp 1,5 Mrd. US-Dollar an den kanadischen Konkurrenten Metro verkaufen.

cs DÜSSELDORF. Das bestätigte gestern A&P-Chef Christian Haub. Er ist der jüngere Bruder von Tengelmann-Konzernchef Karl-Erivan Haub. Nach Bekanntgabe des geplanten Verkaufs stieg die Aktie von A&P zeitweise um 13 Prozent an.

A&P erhält durch den Verkauf ihres Kanada-Geschäfts einen höheren Erlös, als das komplette US-Handelsunternehmen an der Börse wert ist. Während die kanadische Metro Inc. für gut 40 Prozent des A&P-Umsatzes 1,475 Mrd. Dollar ausgibt, werden die Aktien von A&P derzeit für lediglich 1,32 Mrd. Dollar gehandelt. Die Kanada-Tochter gilt im Gegensatz zum restlichen Geschäft von A&P als Gewinn bringend und konnte deshalb auch zu einem guten Preis verkauft werden.

„Den hohen Verkaufserlös werden wir nutzen, um unsere Liquidität zu verbessern und unser Umbauprogramm voranzutreiben“, sagte Christian Haub. Renovierungsbedürftige A&P-Läden würden in den USA nun verstärkt auf das erfolgreichere Frische- und Discountgeschäft umgestellt. Dies bringe A&P dem Ziel näher, im Geschäftsjahr 2007 wieder profitabel zu sein.

Insgesamt fuhr die Great Atlantic & Pacific Tea Company (A&P), die Tengelmann in den 80er-Jahren übernommen hatte und an der die Deutschen 57 Prozent halten, im vergangenen Jahr einen Verlust von fast 146 Mill. Dollar ein. Das war für Tengelmann ein herber Rückschlag. In diesem Jahr wird das Minus nach Angaben von A&P noch deutlich höher sein.

Tengelmann hatte nach seiner Schieflage vor sieben Jahren ein groß angelegtes Sanierungsprogramm gestartet. Deutschlands siebtgrößter Handelskonzern straffte das Netz seiner Tengelmann- und Kaiser’s-Supermärkte. Darüber hinaus verkaufte die Mülheimer Gruppe den defizitären Schokoladenhersteller Wissoll und trennte sich von den verlustreichen kd-Drogerien.

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