Konzern gibt tristen Geschäftsausblick für 2004 und dementiert Interesse am Einstieg bei Tui
Hotel-Riese Accor enttäuscht die Börse

Europas größter Hotelkonzern Accor hat den Gewinn vor Steuern im ersten Halbjahr deutlich auf 225 Mill. Euro gesteigert. Dennoch brach der Aktienkurs des Unternehmens nach der gestrigen Bekanntgabe der Zahlen um zeitweise mehr als sechs Prozent ein. Die Investoren hätten sich am tristen Ausblick des Konzerns gestört, hieß es in Branchenkreisen.

ebe DÜSSELDORF. Accor betreibt weltweit 4 000 Häuser. Vor allem die Billighotels im Heimatmarkt Frankreich und in den USA bereiteten Probleme, räumte Accor-Vorstandschef Jean-Marc Espalioux ein. Im amerikanischen Markt sei 2004 auch nicht mehr mit einer Belebung des Geschäfts zu rechnen, sagte er. Accor betreibt in den USA die Hotelketten Motel 6 und Red Roof.

Zwar hat der Konzern im ersten Halbjahr den Umsatz um 4,1 Prozent auf gut 3,44 Milliarden Euro gesteigert. Der Nettogewinn sank allerdings um 24 Prozent auf 81 Mill. Euro und lag deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Neben dem verhaltenen US-Geschäft macht Accor derzeit vor allem der Heimatmarkt zu schaffen. Zwar betreiben die Franzosen inzwischen Häuser in mehr als 90 Ländern, zu Hause aber macht der Betten-Riese noch immer rund ein Drittel seines Geschäfts.

Frankreich gilt derzeit in der gesamten Tourismusbranche als Problemzone: Europas größter Reisekonzern Tui registrierte im Bereich Europa West, zu dem neben Frankreich auch Belgien und die Niederlande zählten, im ersten Halbjahr vier Prozent weniger Buchungen. Der Rückgang in Frankreich muss stärker ausgefallen sein, weil Tui im Halbjahresbericht angab, die Buchungen in Belgien und den Niederlanden seien gestiegen. Auch der deutsche Tui-Konkurrent Thomas Cook (Neckermann, Condor) hat bei seiner Frankreich-Tochter, der früheren Havas Voyages Vacances, bereits ernsthafte Probleme eingeräumt.

Verglichen mit den mickrigen Renditen der großen Reisekonzerne bleibt das Accor-Geschäft allerdings eine sichere Bank: Die Börse bewertet die Franzosen bei einer Marktkapitalisierung von sieben Mrd. Euro derzeit fast dreimal so hoch wie Urlaubs-Primus Tui.

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