Konzern rechnet 2005 erneut mit einem Verlust
WCM sucht Käufer für Maternus-Kliniken

Die Frankfurter Beteiligungsgesellschaft WCM kommt mit ihrem Schuldenabbau weiter voran: Vorstandschef Roland Flach will sich von dem Klinikkonzern Maternus mit seinen 19 Altenheimen trennen.

HAMBURG. Er sei bereits mit verschiedenen Interessenten im Gespräch – darunter auch Private-Equity-Firmen. Namen möglicher Investoren nannte er aber nicht. „Ein Verkauf von Maternus würde uns eine substanzielle Rückführung der Schulden ermöglichen“, sagte Flach. Die WCM verfügt über Gesamtverbindlichkeiten von mehr als 700 Mill. Euro.

Derzeit macht der Frankfurter Konzern das Klinikunternehmen für einen Verkauf schön. So verzichtet die Beteiligungsgruppe auf Teile von Forderungen gegen Maternus und erhält dafür im Zuge einer Kapitalerhöhung Aktien an der Gesellschaft. Dadurch erhöht die WCM ihren Anteil an der Klinikgruppe von 50 auf rund 70 Prozent, heißt es. Der Kurs von Maternus stieg am Freitag um sechs Prozent auf 2,19 Euro.

Der deutsche Pflegemarkt ist derzeit erheblich in Bewegung: So will sich die Stadt Hamburg von zwölf Pflegezentren mit mehr als 3 000 Betten trennen. Als möglicher Interessent war hier der Berliner Marseille-Kliniken AG im Gespräch.

Für 2005 rechnet der WCM-Chef mit einem Verlust von rund 20 Mill. Euro. Grund hierfür sind Restrukturierungsaufwendungen sowie ein deutlich schlechteres Ergebnis der WCM-Tochter Klöckner-Werke AG. Die Duisburger Firma hatte vor kurzem die Prognose für den Vorsteuergewinn 2005 um zehn auf 20 Mill. Euro nach unten korrigiert. „Wir sind von dem Ergebnis bei den Klöckner-Werken enttäuscht“, sagte ein Analyst von HSBC Trinkhaus & Burkhardt. Er hat die Aktie der Klöckner-Werke deshalb weiter zum Verkauf empfohlen.

Unklar ist ferner, wann die WCM ihre geplante Fusion mit den Klöckner-Werke AG vornimmt. Denn belastet wird die Verschmelzung weiterhin durch eine ungeklärte Steuernachzahlung über 154 Mill. Euro. Sie stammt aus dem ehemaligen Verkauf eines Aktienpakets an die Handelsgruppe Spar. „Wir rechnen damit, dass hier im nächsten Jahr die Entscheidung fällt“, erklärt Flach.

Der WCM-Chef hält die Zahlung an das Finanzamt für unbegründet. Sollte sich aber die Steuerbehörde durchsetzen, dürfte die Beteiligungsfirma finanziell unter Druck geraten, heißt es in Firmenkreisen. WCM und Klöckner-Werke wollen seit mehr als einem Jahr fusionieren. Der WCM-Konzern wies 2004 einen Verlust von mehr als 100 Mill. Euro aus.

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