Konzern rutscht vor Steuern in die Verlustzone
Karstadt-Quelle dämpft die Erwartungen

Der Handelskonzern Karstadt-Quelle hat wegen der schwachen Entwicklung bei seiner Touristik-Tochter Thomas Cook seine Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt. Bedingt durch die Hitzewelle im Sommer und die Kaufzurückhaltung der Konsumenten gingen Ergebnis und Umsatz im dritten Quartal deutlich zurück, vor Steuern rutschte der Konzern für Branchenexperten unerwartet gar in die Verlustzone.

HB DÜSSELDORF. „Das operative, um Einmaleffekte bereinigte Jahresergebnis wird nicht wie geplant mindestens 250 Mill. Euro erreichen“, teilte der Essener Konzern am Donnerstag mit. Im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft erwarte der Konzern einen Umsatz in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. „Unsere Erwartungen an das Marktumfeld sind gedämpft“, hieß es zurückhaltend im Zwischenbericht. Die positiven Impulse durch ein mögliches Vorziehen der dritten Steuerreformstufe würden den Einzelhandel voraussichtlich nicht wie ursprünglich erhofft schon im laufenden Jahr stimulieren, sondern erst 2004.

Im dritten Quartal schrieb der Konzern einen Verlust vor Steuern (Ebt) von 46,1 Mill. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte er noch einen Vorsteuergewinn von 54,1 Mill. Euro erwirtschaftet. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 31 Mill. Euro gerechnet. Der Umsatz fiel um 6,1 Prozent auf 3,41 (3,64) Mrd. Euro. Analysten hatten hier im Schnitt 3,56 Mrd. Euro erwartet.

Dabei gab der Warenhausbereich um 6,5 Prozent nach auf 1,596 Mrd. Euro, obwohl sich nach Angaben des Konzerns die längeren Öffnungszeiten an Samstagen positiv auswirkten. Der Umsatz in den Warenhäusern sei an Samstagen zweistellig gestiegen. Im Gegensatz zum bisherigen Jahresverlauf schrumpfte zwischen Juli und September jedoch auch der Umsatz im wichtigsten Erlösbringer Versandhandel merklich um sieben Prozent auf 1,76 Mrd. Euro. Allerdings spielte hier auch die durch Jubiläumsverkäufe angekurbelte starke Umsatzbasis des Vorjahres eine Rolle.

Erwartungen gedämpft

Der Reisekonzern Thomas Cook, an dem die Essener und die Lufthansa je zur Hälfte beteiligt sind, hat sich schlechter entwickelt als erwartet. Trotz zuletzt wieder steigender Buchungszahlen werde Thomas Cook voraussichtlich nicht mehr wie geplant den Ergebnisrückstand aufholen können.

Unsere Erwartungen an das Marktumfeld sind gedämpft“, erklärte der Vorstand zurückhaltend. Die positiven Impulse durch ein mögliches Vorziehen der dritten Steuerreformstufe würden den Einzelhandel voraussichtlich nicht wie erhofft schon im laufenden Jahr stimulieren, sondern erst 2004.

Analysten äußerten sich enttäuscht über die Entwicklung. „Die Zahlen sind auf den ersten Blick eine Enttäuschung“, sagte Sascha Tinnefeld von der WGZ Bank. Karstadt-Quelle sei aber noch im Umbruch, deshalb müsse man den Blick stärker auf 2004 richten. „Ohne Schocks wie den Irak-Krieg werden sich die Zahlen bei Thomas Cook im nächsten Jahr deutlich erholen.“ Barbara Ambrus von der LBBW sagte, sie habe nicht mit einem so deutlichen Umsatz- und Ergebniseinbruch gerechnet. „Der Ausblick erscheint mir ziemlich verhalten. Im Gegensatz zu Metro sehe ich bei KarstadtQuelle nicht entsprechende Anzeichen.“

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