Konzern startet mit Umsatzminus ins neue Jahr
Karstadt-Quelle droht 2004 Verlust

Nach einem kräftigen Gewinneinbruch im vergangenen Jahr musste der Essener Handelskonzern Karstadt-Quelle wegen sehr schwacher Umsätze im Januar und Februar und Einbrüchen im Versandhandelsgeschäft auch im ersten Quartal des laufenden Jahres ein Umsatzminus und einen größeren Betriebsverlust hinnehmen. Besser Ergebnisse als im Vorjahreszeitraum lieferten dagegen die Karstadt-Warenhäuser und die Touristik-Beteiligung Thomas Cook.

HB DÜSSELDORF. Für das Gesamtjahr sei im Falle einer weiterhin schleppenden Nachfrage ein spürbarer Verlust zu erwarten, sagte Konzernchef Wolfgang Urban am Dienstag bei der Hauptversammlung in Düsseldorf. Allerdings sei eine Prognose für das Gesamtjahr wegen der konjunkturellen Unwägbarkeiten schwierig. Im Vorjahr hatte Karstadt-Quelle noch einen knappen Gewinn von neun Mill. € erwirtschaftet. Die im MDax gelistete Aktie notierte am Nachmittag 3,3 % schwächer bei 17,4 €.

Neuer Chef des Aufsichtsrates bei Europas größtem Handels- und Versandkonzern soll der frühere Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff werden. Die Hauptversammlung wählte ihn sowie den scheidenden Rewe-Vorstandschef Hans Reischl mit großer Mehrheit in das Aufsichtsgremium. Der bisherige AR-Vorsitzende Hans Meinhardt kündigte sein Ausscheiden „in wenigen Monaten“ an, sobald Middelhoff eingearbeitet sei.

Middelhoff ist inzwischen Repräsentant der Londoner Investmentfirma Investcorp. Beobachter werteten dies als Vorzeichen für eine Änderung der Eigentümerstruktur. In Medienberichten war spekuliert worden, dass Investcorp den Anteil der Allianz an Karstadt-Quelle in Höhe von zuletzt noch 10,5 % übernehmen könnte oder zumindest einen Teil davon.

Urban sagte hierzu lediglich, dem Konzern lägen keine Mitteilungen von Investcorp über einen Einstieg gemäß des Wertpapierhandelsgesetzes vor. Auch die Allianz habe keinen Verkauf von Karstadt-Quelle-Aktien gemeldet.

„Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr ist wegen der vielen konjunkturellen Unwägbarkeiten schwierig“, sagte Urban den Aktionären. Sollte der Konzernumsatz um rund drei Prozent sinken, hätte dies voraussichtlich ein negatives operatives Ergebnis im mittleren zweistelligen Millionenbereich zur Folge. Falls die Konsumneigung jedoch wie von Experten erwartet um rund ein Prozent zunehmen sollte, werde das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis (Ebta) „signifikant steigen.“ Bedingung dafür sei allerdings auch ein Ende des „destruktiven Preiswettbewerbs“ im Einzelhandel.

Seite 1:

Karstadt-Quelle droht 2004 Verlust

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%