Konzern völlig überrascht
Fehlschlag in Bahn-Vermittlung – Gefahr von Streiks im Oktober

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn steigt die Gefahr neuer Streiks im Oktober. Die Bemühungen um einen Konsens der drei Bahngewerkschaften bei den Tarifverhandlungen für Lokführer sind gescheitert.

HB BERLIN. Wenn die Lokführergewerkschaft GDL nicht einen Weg mit den anderen beiden Gewerkschaften Transnet und GDBA gehe, „dann müssen wir uns auf einen Streik einstellen“, sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale. Die Bahn-Verhandlungsführerin zeigte sich „äußerst bestürzt“ über die Entwicklung.

In einem Gespräch mit den Vermittlern Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf war zuvor keine Einigung auf ein gemeinsames Vorgehen der drei Gewerkschaften erreicht worden. GDBA und Transnet erklärten daraufhin eine Kooperation für gescheitert und warfen der GDL vor, eine Zusammenarbeit zu unterlaufen. Deren Chef Manfred Schell rief die Bahn dennoch zu weiteren Verhandlungen auf. Der zugesagte Streikverzicht endet allerdings am 30. September.

Transnet-Vorsitzender Norbert Hansen kritisierte, die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sehe sich nicht verpflichtet, ein Einvernehmen zu suchen. „Damit ist einer weiteren Zusammenarbeit in diesem Tarifkonflikt jede Grundlage entzogen.“ Transnet und GDBA würden nun die Verhandlungen über ein neues Entgeltsystem bei der Bahn allein und auch für Lokführer fortsetzen. Der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel warf der GDL vor, den Betriebsfrieden bei der Bahn zu bedrohen. Die GDL wies die Vorwürfe zurück. „Wir erwarten nun zügige Tarifverhandlungen“, sagte Schell. Der Countdown bis zum Ende des Streikverzichts am 30. September laufe.

Grund des neuerlichen Gesprächs mit den Ex-CDU-Spitzenpolitikern Geißler und Biedenkopf in Berlin war Streit zwischen der Bahn und der GDL über die von den Vermittlern abgesteckte Vorgehensweise für Verhandlungen. Kernpunkt des Moderationsergebnisses waren parallele Verhandlungen der Bahn mit Transnet und GDBA einerseits und der GDL andererseits über einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer. Am Ende der zweigleisigen Verhandlungen sollten die Ergebnisse für die Lokführer „konflikt- und widerspruchsfrei“ in das gesamte Tarifwerk eingefügt werden.

Die Bahn hatte der GDL in den Mitte August gestarteten Verhandlungen aufgefordert, sich mit Transnet und GDBA über Inhalte und Verfahren abzustimmen. Die GDL hatte es dagegen abgelehnt, zunächst eine Kooperation mit Transnet und GDBA zu vereinbaren. Die GDL fordert eine Anhebung des Anfangsentgelts für Lokführer von knapp 2000 Euro auf 2500 Euro. Mit Transnet und der GDBA hat die Bahn bereits einen Tarifabschluss mit einer Einkommensanhebung von 4,5 Prozent plus einer Einmalzahlung besiegelt.

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