Konzern will restliche Anteile an Nürnberger Druckerei
Prinovis verhandelt mit Karstadt-Quelle

Der Tiefdruckkonzern Prinovis will die Nürnberger Druckerei Maul-Belser komplett übernehmen. Dazu verhandelt das Unternehmen über den Kauf des 25-prozentigen Anteils der Karstadt-Quelle AG, der ihm noch nicht gehört. Prinovis-Chef Stephan Krauss bestätigte Verhandlungen ebenso wie der Essener Warenhauskonzern.

HB HAMBURG/DÜSSELDORF. Die Gespräche sollen in den nächsten zwölf Monaten abgeschlossen sein. Dass sich die Verhandlungen mit Karstadt so lange hinziehen, liegt an den jüngsten Plänen von Prinovis in Großbritannien, heißt es in Branchenkreisen. Das Gemeinschaftsunternehmen von Bertelsmann, Springer und Gruner+Jahr will von 2006 an eine eigene Druckerei in Liverpool betreiben. Damit will Prinovis dem Konkurrenten Polestar Paroli bieten.

Karstadt-Quelle-Chef Thomas Middelhoff ist wegen der Pläne offenbar verärgert, heißt es in den Kreisen. Grund: Der frühere Bertelsmann-Chef vertritt als Aufsichtsratschef die Interessen der Londoner Polestar. Doch auch Polestar rüstet auf. Erst vor wenigen Monaten hat der britische Katalog- und Zeitschriftendrucker eine hochmoderne Tiefdruckerei in Sheffield in Betrieb genommen.

Die Bertelsmann-Tochter Arvato hatte die Nürnberger Druckerei Maul-Belser in die Ehe mit den Tiefdruckbetrieben von Gruner+Jahr und der Axel Springer AG eingebracht. Mit dem Zusammenschluss reagieren die Medienriesen auf den Preisverfall. Das Unternehmen mit 4 300 Mitarbeitern druckt Zeitschriften und Kataloge. Es strebt mittelfristig eine Rendite auf das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von acht Prozent an.

Der Druckmarkt in Deutschland ist anhaltend schwierig. Das rückläufige Werbegeschäft und die Krise des Versandhandels setzen den Druckern schwer zu. Beim Tiefdruckkonzern Schlott haben die Streiks in der jüngsten Tarifrunde der Druckindustrie das Ergebnis im dritten Quartal verhagelt. Der Vorsteuergewinn (EBT) sank in den Monaten April bis Juni auf 3,1 Mill. Euro (Vorjahresquartal: 4,7 Mill. Euro). „Der Preisdruck in der Branche hält unvermindert an“, teilte das Freudenstadter Unternehmen am Dienstag mit.

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