Konzernmutter Edeka will Millionenverluste verhindern
Marktkauf streicht vermutlich mehr als 1000 Stellen

Der Stellenabbau bei Marktkauf könnte noch größer ausfallen als bisher geplant. Medienberichten zufolge drohen dem Unternehmen Millionenverluste im kommenden Jahr. Deshalb greift der neue Konzernchef nun entschlossen durch, auch bei der Baumarktsparte.

lip/kwi BIELEFELD. Nur zwei Monate nach seinem Amtsantritt greift der neue Konzernchef Stephan Schelo bei dem Bielefelder Handelsunternehmen Marktkauf durch. Wie das Handelsblatt aus Betriebsratskreisen erfuhr, könnten noch mehr Stellen wegfallen als bisher geplant. 1000 der insgesamt 17 000 Vollzeitstellen der angeschlagenenen Edeka-Tochter sollen nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen wegfallen. Der Vorstand will dem Aufsichtsrat von Marktkauf das Sanierungskonzept am 5. September vorstellen.

Marktkauf drohen einem Bericht der „Lebensmittelzeitung“ zufolge Millionenverluste im kommenden Jahr. Vor allem die Baumarktsparte belastet das Handelsunternehmen, das früher AVA hieß. Sie verursachte 2005 einen „zweistelligen Millionenverlust“ und drückte das Gesamtergebnis von Marktkauf ins Minus. Edeka hatte daher der Bielefelder Tochter eine radikale Schlankheitskur verordnet, um die Gesellschaft wieder in die Gewinnzone zu steuern.

Anders als ursprünglich geplant hält Marktkauf an der Verlust bringen Baumarktsparte fest – zwangshalber. Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen fand sich kein Käufer für den Geschäftsbereich. „Wir werden sie sanieren müssen, um sie überhaupt verkaufen zu können“, hieß es. Das Unternehmen erwäge, einen Teil der rund 150 Baumärkte zu schließen. Außerdem will sich Marktkauf von anderen Geschäftsbereichen trennen. Verkauft werden soll auch die Optiksparte Krane. „Für Apollo wäre das interessant, Fielmann hat abgelehnt“, hieß es. Auch vom Marktkauf-Markt in Moskau will sich das Unternehmen trennen. Insgesamt zählen zu Marktkauf 180 Lebensmittelmärkte, 150 Baumärkte und 90 Krane-Optik-Fachgeschäfte.

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