Konzernspitze und Cockpit-Gewerkschaft zufrieden über Abschluss – Einigung auch bei Condor
Lufthansa-Piloten akzeptieren Nullrunde für 2005

Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit haben ein Paket geschnürt, das beide Seiten als Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Airline werten. Unter anderem akzeptieren die Piloten für das nächste Jahr eine Nullrunde.

ek/ebe DÜSSELDORF. Mit dem Abschluss ist auch die Tarifauseinandersetzung bei der Ferienfluggesellschaft Condor vom Tisch. Diese ist Teil des zweitgrößten europäischen Reiseveranstalters Thomas Cook, der zu gleichen Teilen Lufthansa und Karstadt-Quelle gehört. Dort war eine Einigung schon zur Jahresmitte erzielt, aber vom Erfolg der Verhandlungen bei der Konzernmutter abhängig gemacht worden. Der Abschluss betrifft 500 Piloten bei den Firmen Condor und Condor Berlin.

Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer wertete die Vereinbarung mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) als „Meilenstein der konzertierten Aktion zur Schaffung wettbewerbsfähiger Personalkosten“. Michael Tarp, oberster VC-Tarifpolitiker, erklärte, es sei „ein für beide Seiten vertretbares Ergebnis“ gefunden worden. Cook-Vorstand Ralf Teckentrup äußerte sich für die unter starkem Sanierungsdruck stehende Condor zufrieden. Es sei neben der Wahrung der Interessen der Mitarbeiter auch gelungen, „nachhaltig spürbare Entlastungen“ und eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur für die Ferienfluggesellschaft zu vereinbaren.

In Analystenkreisen wurde vor allem begrüßt, dass sich die Tarifpartner noch vor dem Jahresende geeinigt haben. Das sei ein „guter Schritt“, sagte Luftfahrt-Experte Uwe Weinreich von der HVB. Der Abschluss werde Lufthansa zu der erforderlichen Flexibilität bei den Personalkosten verhelfen. Aus Verhandlungskreisen hieß es, die Tarifrunde habe unter massivem Druck gestanden, bis zur Aufsichtsratssitzung der Lufthansa am morgigen Mittwoch ein Ergebnis zu Stande zu bringen.

Wie eine Sprecherin erklärte, erwartet Lufthansa von der Einigung mit den Piloten rund 30 Mill. Euro Einsparungen pro Jahr. Die Effekte der Nullrunde, die die Gehälter der Piloten bis zum 31. März 2006 einfriert, seien dabei noch gar nicht berücksichtigt. Vereinbart wurde auch, dass das Cockpit-Personal bis zu zwei Stunden im Monat mehr fliegen wird. Hierdurch und durch Veränderungen in der Vergütungsstruktur sowie durch weitere Flexibilisierungselemente würde eine Produktivitätssteigerung von sechs Prozent erreicht, erklärte Lufthansa.

Für ihr Entgegenkommen setzten die Flugkapitäne durch, dass künftig auch ihre Kollegen von der Billigflug-Gesellschaft Germanwings in den Konzerntarifvertrag einbezogen werden. Damit werden die Flugzeugführer bei der Tochter von Eurowings, an der Lufthansa zu 49 Prozent beteiligt ist, zwar nicht auf das Gehaltsniveau der Kranich-Kollegen angehoben, aber voll in soziale Leistungen und Karriereschritte im Konzern eingebunden.

Bei der Condor wurde der Ende April ausgelaufene Vergütungstarifvertrag um 20 Monate bis Ende 2005 verlängert. Die Piloten erklärten sich bereit, maximal zehn Tage mehr pro Jahr zu arbeiten und mehr Flugstunden ohne zusätzliche Vergütung zu absolvieren. Außerdem wurde ein zweiwöchiger unbezahlter Sonderurlaub vereinbart.

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