Konzernumbau fortgesetzt
Karstadt-Quelle verkauft Golf House

Der angeschlagene Handelsriese Karstadt-Quelle hat sich von seiner Beteiligung an der Fachhandelskette Golf House getrennt. Damit wurde ein weiterer Schritt des Sanierungsplans umgesetzt. Käufer ist der Starnberger Finanzinvestor Arques Industries.

HB DÜSSELDORF. „Mit dem Verkauf von Golf House setzen wir unser Desinvestitionsprogramm planmäßig fort“, sagte KarstadtQuelle- Finanzvorstand Harald Pinger am Dienstag in Essen. Golf House, einer der kleinsten Karstadt-Beteiligungen, hatte 2004 mit rund 170 Mitarbeitern einen Umsatz von 23 Mill. € erwirtschaftet. In Deutschland unterhält die Kette 19 Filialen, ein weiteres Geschäft befindet sich im spanischen Marbella. Sprecher beider Unternehmen wollten sich nicht zum Kaufpreis äußern.

Die auf Sanierungsfälle spezialisierte Arques hatte erst im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt, als das Unternehmen die Nachrichtenagentur ddp übernommen hatte. „Diese Transaktion zeigt ein weiteres Mal, dass sich Arques als starker Partner internationaler Konzerne bei der Abspaltung von Randaktivitäten etabliert hat“, erklärte Arques-Vorstand Martin Vorderwülbecke. Der Trendsport Golf biete aus seiner Sicht viel Potenzial. Das Unternehmen selbst hält nun 74,9 % an der Golf- Fachhandelskette, die übrigen Anteile liegen bei einem Privatinvestor. Arques wolle Golf House wie seine anderen Beteiligungen über voraussichtlich drei bis fünf Jahre halten, sanieren und dann gewinnbringend veräußern, kündigte eine Sprecherin an.

Arques-Aktien notierten am Nachmittag mit einem Plus von 10,40 % bei 88,43 €, die KarstadtQuelle-Papiere lagen mit einem Plus von 1,58 % bei 10,90 €.

Der Warenhauskonzern will im Rahmen seiner Sanierung neben den 75 kleineren Warenhäusern unter anderem auch seine Einzelhandelsketten SinnLeffers, Wehmeyer und Runners Point verkaufen. Insgesamt will Pinger mit dem Deinvestitionsprogramm rund 1,1 Milliarde Euro erlösen. Ein Unternehmenssprecher hatte erst am Montag bekräftigt, die Verkäufe sollten zum Ende des dritten Quartals und damit noch im entscheidenden Sanierungsjahr 2005 abgeschlossen werden. Erst in der vergangenen Woche war mit der Genehmigung des Bundeskartellamts der Verkauf der Groß- und Stückgutlogistik von KarstadtQuelle an die Deutsche Post besiegelt worden.

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