Konzertkarten
Veranstalter gehen gegen überteuerte Tickets vor

Über das Internet lassen sich Eintrittskarten zu übertriebenen Preisen weiterverkaufen. Die Branche will gegen Plattformen klagen.
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DüsseldorfEin schlichter Reitplatz im niederrheinischen Örtchen Haldern wird einmal im Jahr zum Schauplatz des wohl stilsichersten Popfestivals der Republik. Für die Veranstalter zahlt sich der gute Ruf aus: Schon seit Wochen sind die Karten für den August 2012 ausverkauft, obwohl noch nicht einmal feststeht, wer auftreten wird.

Kein Wunder, dass bereits einige Karten im Internet angeboten werden. „Wir halten den Preis und die Besucherzahl bewusst überschaubar. Wenn die Karten statt für 91,50 Euro für 160 Euro im Internet angeboten werden, weckt das eine völlig überzogene Erwartungshaltung“, ärgert sich Stefan Reichmann, Chef des Haldener Veranstalters Raum 3.

Ähnlich argumentieren viele in der Branche. Der Verband der Veranstaltungswirtschaft BDV in Hamburg will daher stärker gegen professionelle Wiederverkäufer vorgehen. Die Mittel dazu sind allerdings beschränkt – und nicht jeder Veranstalter kann ein Interesse daran haben, dass der professionelle Zweitmarkt verschwindet.

„Wir prüfen derzeit die Chancen von neuen Klagen gegen Betreiber von Zweitmarktplattformen im Netz“, sagt BDV-Chef Jens Michow dem Handelsblatt. „Wir gehen jedem Einzelfall nach.“ Seine Vermutung: Viele Kunden kaufen unwissentlich überteuerte Karten. „Künstler und Veranstalter ärgern sich maßlos, weil ihr Ruf aufgrund völlig überhöhter Ticketpreise leidet“, sagt Michow. Zudem schmälerten überhöhte Kartenpreise das Budget der Konzertgänger, die so weniger Veranstaltungen besuchten.

Bisher tut sich die Branche schwer, gegen Wiederverkäufer vorzugehen. Die deutschen Gerichte haben mehrfach bestätigt, dass Privatkunden ihre Karten weiterverkaufen dürfen – auch an professionelle Wiederverkäufer. Eine Handhabe gegen den Graumarkt haben die Veranstalter daher nur, wenn kommerzielle Händler ihre Tickets wie ein normaler Fan im offiziellen Vorverkauf erwerben und dabei verschleiern, dass sie die Tickets weiterverkaufen wollen.

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