Kooperation
Air France und Etihad planen neuen Luftfahrtriesen

Air France und Etihad schmieden angeblich an einem Gemeinschaftsunternehmen, um die europäische Konkurrenz in die Zange zu nehmen. Die deutsche Air Berlin soll in den Plänen eine zentrale Rolle spielen.
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Düsseldorf/ParisSchlechte Nachrichten für die Lufthansa: Deutschlands größte Airline soll schon bald von zwei großen Konkurrenten in die Zange genommen werden. Die französische Tageszeitung „Le Figaro“ meldet, dass Air France und Etihad aus Abu Dhabi bereits im Herbst ein Gemeinschaftsunternehmen nach dem Vorbild des Transatlantik-Joint-Ventures mit Delta Airlines an den Start bringen wollen.

Unter dem neuen Chef Alexander Juniac hatte Air France-KLM bereits im März den Widerstand gegen die Expansionspläne arabischer Fluggesellschaften in Europa aufgegeben und Verhandlungen über ein Codeshare-Abkommen mit Etihad vorangetrieben. Doch die Kooperation geht offenbar deutlich weiter.

„Ein minimale Zusammenarbeit zwischen Paris und Abu Dhabi wäre nicht wirklich interessant“, zitiert die Zeitung ein Vorstandsmitglied von Air France. Eine zentrale Rolle in den Plänen der beiden Branchenriesen sollen Air Berlin und die italienische Alitalia spielen. Vor einigen Monaten hatten die Araber 30 Prozent an Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft übernommen. Alitalia ist zu 25 Prozent im Besitz von Air France.

Beide Airlines könnten von dem Bündnis profitieren. Durch ihre Präsenz an verschiedenen Airports könnten sie einen „Luftkorridor“ schaffen, der als Drehkreuz für Anschlüsse nach Asien genutzt werden könnte. Air France nimmt damit Lufthansa und British Airways in die Zange. Etihad wiederum erhöht den Druck auf den großen Konkurrenten Emirates. Zusammen mit den Strecken und Ressourcen der Partnerunternehmen Air Berlin und Alitalia könnte ein mächtiger Luftfahrtriese entstehen.

Vor allem für Etihad rückt damit ein strategisches Ziel immer näher: Die Araber könnten die Präsenz an Europas großen Knotenpunkten wie Paris und Amsterdam ausbauen. Air France erhofft sich dagegen massive Einsparpotenziale. Und sparen müssen die Franzosen dringend: Im vergangenen Jahr hatte Air France einen Verlust von mehr als 800 Millionen Euro eingeflogen. Durch das neue Gemeinschaftsunternehmen könnten verlustbringende Ziele in Osteuropa künftig von Air Berlin angeflogen werden.

Doch ein Problem des neuen Bündnisses zeichnet sich bereits ab: Erst im März ist Air Berlin der Luftfahrt-Allianz Oneworld beigetreten, zu der auch British Airways zählt. Air France-KLM und Alitalia gehören dagegen dem konkurrierenden Bündnis Skyteam an. Eines der Bündnisse wird wichtige Partner verlieren, wenn das Gemeinschaftsunternehmen kommt.

Kommentare zu " Kooperation: Air France und Etihad planen neuen Luftfahrtriesen"

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  • Ausgezeichnet, Konkurrenz belebt das Geschäft, außer die Eurokraten durchkreuzen das noch.
    Lufthansa ist einfach zu unprofitabel, das Einzige was seit Jahren wächst sind die Personalkosten. Würden die DAX Manager mehr durch Aktien vergütet werden, würde wohl auch (wieder) die Profitabilität steigen.

  • eine Allianz der Schwachen und Siechenden... das ist ganz normaler Verdrängungswettbewerb.. ich schätze die Lufthansa ist solider aufgestellt und braucht daher gar nichts zu fürchten


  • so ein Quatsch!

    Ethihad geht es "gold", wie allen Airlines aus den Emiraten.

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