Kooperation beendet
Karstadt-Abenteuer hat Gravis viel Geld gekostet

Außer Spesen nichts gewesen: Das fehlgeschlagene Abenteuer mit dem Arcandor-Konzern hat den Apple-Großhändler Gravis nach eigener Aussage „wohl 500 000 bis 700 000 Euro“ gekostet. Jetzt will Gravis wieder alleine wachsen.

DÜSSELDORF. „Als ich damals mit dem CEO Thomas Middelhoff alles besprochen habe, standen Arcandor-Aktienkurse von 40 Euro und so im Raum“, sagte Gravis-Gründer und Vorstand Archibald Horlitz im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Das sah alles damals für uns durchaus nach einem ganz großen Wurf aus.“ Aber nun ist doch alles anders gekommen. Die beiden Pilotprojekte mit Karstadt in Lübeck und Düsseldorf werden eingestampft, bestätigte er einen Vorabbericht der „Wirtschaftswoche“. Karstadt wird wieder selber den Vertrieb von Elektronik übernehmen.

Eine drohende Pleite der geplanten Groß-Kooperation habe sich relativ schnell abgezeichnet, aber Karstadt habe zweimal auf eine Verlängerung der Pilotphase gedrängt. Jetzt will Gravis wieder alleine durch eigene neue Filialen wachsen. Und Horlitz hofft, dass die Gruppe trotz Karstadt 2008 mit einem positiven Ergebnis abschließen wird.

„Gravis hat die Kooperation beendet“, darauf beharrt der enttäuschte Unternehmer allerdings. „Nach Auswertung der Pilotphase haben wir Karstadt nicht für das geeignete Umfeld halten, um unsere hochwertigen und designorientierten Produkte zu präsentieren. Denn es hat sich nach der Pilotphase gezeigt, dass wir mit eigenen Stores in 1a Lagen der Innenstädte besser und erfolgreicher abschneiden. Die Pilotphase wurde auf Wunsch von Karstadt verlängert, obwohl bereits im Herbst absehbar war, dass dieses Projekt nicht wirtschaftlich zu betreiben ist.“

Die angefallenen Abschreibungen und Kosten für das Experiment will Horlitz noch 2008 komplett verarbeiten. Unter dem Strich, so seine Aussage gegenüber dem Handelsblatt, hoffe er, dass trotzem am Jahresende ein Gewinn übrig bleiben werde. Ob es dafür reichen wird, ist unklar bis an Sylvester die Kasse für das Jahr zugemacht wird. „Wir erzielen 45 Prozent unseres Umsatzes im Winterquartal“, so Horlitz, „da zählt dieses Jahr wirklich jeder Tag“.

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