Kooperation mit Banken
Deutsche Börse lockt Derivate an den Handelsplatz

Nach der geplatzten Fusion mit der New York Stock Exchange setzt die Deutsche Börse darauf, mehr Wertpapiere über ihre Systeme zu nhandeln. Eine Kooperation mit Banken soll dabei helfen.
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FrankfurtDie Deutsche Börse will sich durch den Schulterschluss mit Banken einen großen Teil vom Zukunftsmarkt mit der Abwicklung von Derivaten sichern. Das Unternehmen erklärte am Donnerstag, es arbeite mit zahlreichen Instituten an der Einführung eines Angebots zur Abwicklung (Clearing) von bisher außerbörslich gehandelten (OTC) Zinsderivaten. "Unser Ziel ist es, die marktführende Lösung für das Kunden-Clearing von OTC-Geschäft in Europa anzubieten", sagte der zuständige Deutsche-Börse-Vorstand Andreas Preuß.

Die EU will große Teile des Derivate-Handels ab 2013 über Clearing-Häuser abwickeln und dadurch die Sicherheit und Transparenz im weltweit 700 Billionen Dollar schweren Derivate-Handel erhöhen. Da auch mehrere andere Anbieter auf den Markt drängen, ist es aus Sicht von Experten für die Frankfurter positiv, dass sie nun frühzeitig zahlreiche Großbanken ins Boot geholt haben. Mit Barclays, BNP Paribas, Citigroup, Credit Suisse, Deutsche Bank, JP Morgan und Morgan Stanley habe die Börse etliche Schwergewichte auf ihre Seite ziehen können, lobt Silvia-Quandt-Analyst Christian Muschick. "Für die Deutsche Börse ist das ein enorm wichtiger Schritt."

Bei EurexOTC Clear sollen die Banken an den Umsätzen beteiligt werden und auch bei der Festlegung von Gebühren mitreden, wie es im Umfeld der Deutschen Börse hieß. Bisher gebe es lediglich eine Grundsatzvereinbarung. Über die Details werde noch verhandelt und sie seien auch abhängig von den endgültigen Bestimmungen der EU. Der Konzern wollte sich dazu nicht äußern.

Zinsswaps, mit denen sich Investoren gegen Zinsschwankungen absichern oder auf Zinsänderungen wetten können, machen derzeit mehr als die Hälfte des weltweiten Derivatemarkts aus - die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bezifferte diesen Bereich zuletzt auf gut 400 Billionen Dollar. Die Eurex OTC-Clear-Plattform zur Abwicklung dieser Derivate soll bis Anfang Juli zur Verfügung stehen, der offizielle Start ist in der zweiten Jahreshälfte geplant.

Größte Konkurrenten für die Deutsche Börse in diesem Geschäft dürften Experten zufolge die Anbieter LCH. Clearnet und die US-Börse CME werden. Aber auch andere Konkurrenten wie die Intercontinental Exchange (ICE) könnten Insidern zufolge noch ihren Hut in den Ring werfen.

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  • "[...]weltweit 700 Billionen Dollar schweren Derivate-Handel[...]"
    Kann mir bitte jemand mal eine Quelle geben?

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