Kooperation mit UPS
Deutsche Post legt Alternativplan für US-Luftfracht vor

Weil viele Kunden in der Konjunkturflaute auf billigere Transporte per LKW und Bahn umgestiegen sind, sucht DHL in den USA derzeit nach Kooperationspartner für das wenig lukrative Luftgeschäft. Nur wenn die Ausgliederung an US-Konkurrent UPS scheitern, will der Logistik-Konzern am eigenen inneramerikanischen Luftfrachtgeschäft festhalten.

DÜSSELDORF. Die geplante Kooperation der Deutschen Post mit dem Konkurrenten UPS droht offenbar zu platzen. Der Bonner Konzern stellte gestern erstmals einen alternativen Plan für die Sanierung des US-Geschäfts mit Eilsendungen in der Luft vor. Die Post wolle notfalls am eigenen inneramerikanischen Luftfrachtgeschäft festhalten, sollte die Kooperation mit UPS nicht zu Stande kommen, sagte Post-Expressvorstand John Mullen vor Analysten. Der Konzern werde in diesem Fall die bisherige Zusammenarbeit mit den US-Fluggesellschaften Astar und ABX fortsetzen, allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau.

Denn das Luftfrachtgeschäft ist in den USA zuletzt eingebrochen. Viele Kunden sind angesichts der Konjunkturflaute in den USA auf billigere Transporte per LKW oder Bahn umgestiegen und verzichten auf Luftfrachttransporte. Deswegen ziehen sich offenbar die Verhandlungen mit UPS hin. Das Geschäft ist für den US-Konzern schlicht nicht mehr so attraktiv wie noch vor einigen Monaten. Ursprünglich wollten die Post-Tochter DHL und UPS einen Zehn-Jahres-Vertrag mit einem Gesamtauftragswert von 10 Mrd. US-Dollar abschließen. DHL will sich vom hochdefizitären Expressgeschäft in den USA verabschieden.

Auch Post-Chef Frank Appel hatte anlässlich der Vorlage der Quartalszahlen erstmals einen Abschluss mit UPS in Frage gestellt. Es sei nicht sicher, ob ein Vertrag mit UPS zu Stande komme. Doch zeigte er sich zuversichtlich, dass dies bis Ende des Jahres doch noch gelingen werde.

„Es gibt eigentlich keinen Grund für UPS, mit DHL zu kooperieren“, sagt dagegen Axel Funhoff, Analyst der ING Bank. Vielmehr sei die Gelegenheit für UPS günstig, die Verhandlungen weiter zu verzögern. UPS könne einfach abwarten, wie sich mit der Post ein Hauptwettbewerber immer stärker zurückziehe und auf einen Umsatz von drei Mrd. Euro verzichte. Es sei klar, dass UPS und auch der dritte Wettbewerber Fedex alle Geschäfte übernähmen, die DHL verliere. Dass UPS zuerst seine eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgt, zeigen auch massive Abwerbungsversuche von DHL-Kunden. So hat UPS beispielsweise bereits eigens eine Internetseite geschaltet, auf der DHL-Kunden aufgefordert werden, zu UPS zu wechseln. Angesichts der Abbaupläne der Post sind viele US-Kunden verunsichert.

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