Kooperationspläne
Arcandor weiter auf Partnersuche für Karstadt

Der in Schwierigkeiten geratene Handels- und Touristikkonzern Arcandor sucht weiter nach einem Partner für seine renditeschwachen Karstadt-Warenhäuser. Konkrete Abspaltungspläne für Karstadt gibt es aber offenbar nicht. Derweil ringt der Konzern um wichtige Darlehen für das Warenhausgeschäft.

HB FRANKFURT. Der in Schwierigkeiten geratene Handels- und Touristikkonzern Arcandor sucht weiter nach einem Partner für seine renditeschwachen Karstadt-Warenhäuser. "Wir arbeiten an Kooperationsmodellen", sagte ein Firmensprecher am Sonntag. Konkrete Abspaltungspläne für Karstadt gebe es aber nicht. Vorstandschef Thomas Middelhoff sagte dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe) laut Vorabbericht, nach dem Scheitern der Kooperationsgespräche mit der britischen Warenhauskette Debenhams lote er entsprechende Möglichkeiten aus. "Ein Weg wäre, unser Warenhausgeschäft anderswo einzubringen. Wir arbeiten daran."

Die Gespräche mit Debenhams über eine Kooperation mit Karstadt seien "sehr weit gediehen" gewesen, sagte Middelhoff. Zu den Gründen des Scheiterns wollte er sich nicht äußern. Arcandor bemüht sich immer noch um wichtige Darlehen für das Warenhausgeschäft - eigentlich sollten die Gespräche schon beendet sein. "Wir haben in dieser Woche eine weitere Verhandlungsrunde", sagte Middelhoff. Die Gespräche sind für Arcandor von großer Bedeutung, da der Kreditversicherer Euler Hermes dem Konzern zufolge die Absicherung für Warenlieferungen eingegrenzt hatte. Spekulationen über eine Kapitalerhöhung wies er erneut zurück. "Karstadt trägt 20 Prozent zu unserem Umsatz bei, mehr nicht. Wir lösen unsere Probleme aus eigener Kraft."

Arcandor steckt seit Jahren in der Sanierung und hat eine Reihe von Aktivitäten abgegeben, darunter einen Teil der Karstadt-Filialen. Die verbliebenen Karstadt-Häuser ließen sich "nachhaltig weiterführen" und erreichten zum Teil sogar die internen Renditeziele, sagte Middelhoff der Zeitung. Das Weihnachtsgeschäft werde "über Vorjahr und über Plan" liegen, positiv sei auch die bessere Kostenstruktur in diesem Jahr. "Üppig wird es nicht, aber Weihnachten fällt nicht aus."

Bei seinem in London börsennotierten Touristikarm Thomas Cook habe sich Arcandor für die Folgen der Finanzkrise gewappnet. "Wir haben uns darauf vorbereitet. Aber in unseren Zahlen sehen wir nichts davon, nicht einen Hauch von Krise." Bei Thomas Cook gebe es keinen Sanierungsbedarf. Zum geplanten Verkauf der Fluglinie Condor gab er nichts Neues preis: "Jeder spricht mit jedem, und jeder spricht öffentlich darüber." Das ursprünglich geplante Zusammengehen mit Air Berlin sei endgültig vom Tisch. "So schön diese Transaktion gewesen wäre, sie geht so nicht. Mit Air Berlin wird das nichts."

Middelhoff bekräftigte, dass er seinen bis Ende 2009 laufenden Vertrag bei Arcandor erfüllen wolle. Er schmiede bereits Pläne für die Zeit danach: "Meine Tätigkeit wird mit Private Equity zu tun haben. Mehr sage ich dazu aber nicht." Vor Arcandor hatte Middelhoff für die Beteiligungsgesellschaft Investcorp gearbeitet.

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