Korn als Trendgetränk

Das nächste große Ding nach Gin?

Korn hat in Deutschland keinen guten Ruf. Häufig wird er als billig abgestempelt. Das miese Image soll nun poliert werden. Durch bessere Qualität und mehr Vielseitigkeit will man den Schnaps wieder salonfähig machen.
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Korn soll hip werden. Der Schnaps soll allerdings kein billiges Supermarktprodukt sein, sondern sich von diesen durch seine Qualität abheben. Quelle: dpa
Korn

Korn soll hip werden. Der Schnaps soll allerdings kein billiges Supermarktprodukt sein, sondern sich von diesen durch seine Qualität abheben.

(Foto: dpa)

BremenKorn ist etwas Urdeutsches. Seit mehr als 500 Jahren wird er in Deutschland gebrannt – und fast nur dort. „Immer wenn ich traurig bin, trink ich einen Korn“, besang einst Heinz Erhardt den Schnaps. Korn ist fester Bestandteil des Herrengedecks in der Eckkneipe. Auch Schützenfeste und Scheunenpartys sind ohne den Klaren nicht denkbar. Korn gilt als bodenständig und volkstümlich, aber nicht als hip. Oder doch?

Nach der Welle um Craft-Biere und verschiedenste Gin-Sorten erobert nun Korn die Szene-Bars und Fachgeschäfte. Abgefüllt in schicke Flaschen und versehen mit einer Geschichte, die von aromatischen Körnern und viel Handwerkskunst erzählt, setzt sich dieser bewusst von dem günstigen Schnaps aus dem Supermarkt ab. „Das Korn“, „Nork“, „Vollkorn“ oder „Berliner Brandstifter“ heißen die neuen hippen Marken. Doch auch Traditionsbrennereien und große Konzerne mischen beim sogenannten Craft-Korn mit.

Das sind die wertvollsten Spirituosenmarken der Welt
Platz 10: Absolut
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Seit 1879 produziert der Wodka-und Spirituosenkonzern seine Getränke in Südschweden aus einer eigenen Quelle, 2008 wurde das Unternehmen dann an die französische Firma Pernod Ricard verkauft. Im aktuellen Ranking liegt Absolut mit einem Markenwert von gut 1,7 Milliarden Dollar auf dem zehnten Platz.

Quelle: Brand Finance

Platz 9: Wuliangye
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Die Wuliangye Yibin Company gehört zu den 100 größten börsennotierten Unternehmen in China. Auch wenn die Produkte des Getränkekonzerns im Westen eher unbekannt sind, zählt Wuliangye zu den global Playern im Spirituosengeschäft. Der derzeitige Markenwert liegt laut Studie bei gut 1,9 Milliarden Dollar.

Platz 8: Smirnoff
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Die Wodka-Brennerei wurde 1886 in Moskau gegründet. Sie war weltweit die erste Brennerei, die Holzkohle zum Filtern benutzte. Heute gehört die Marke zum Spirituosenhersteller Diageo. Der Markenwert liegt derzeit bei gut zwei Milliarden Dollar.

Platz 7: Bacardi
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Das Unternehmen mit Sitz auf den Bermudas verkauft den gleichnamigen Rum mit der markanten Fledermaus in mehr als 100 Länder. Gegründet wurde die Destillerie Bacardi in Santiago de Cuba am 4. Februar 1862 – die Fledermaus gilt auf Kuba als Glückssymbol. Der Markenwert von Bacardi beträgt rund 2,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Luzhou Laojiao
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Der bis zu 65 prozentige Schnaps aus dem chinesischen Sichuan dürfte für die meisten Westler auch wegen seines starken Geruchs und Geschmacks gewöhnungsbedürftig sein. Im internationalen Vergleich zählt die Marke dennoch zu den Top-Ten. Der aktuelle Wert liegt bei 2,5 Milliarden Dollar.

Platz 5: Hennessy
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Die weltweit führende Cognac-Brennerei darf in der Rangliste der wertvollsten Spirituosen-Marken natürlich nicht fehlen. Das Unternehmen mit Sitz im französischen Cognac wurde 1765 vom irischen Offizier Richard Hennessy gegründet. Mittlerweile ist die Brennerei ein Tochterunternehmen des Luxusgüterkonzerns LVMH. Der Markenwert liegt bei 2,7 Milliarden Dollar.

Platz 4: Jack Daniel´s
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Der Tennesse-Whiskey ist vielleicht nicht der feinste, dafür aber einer der am meisten verkauften. Gegründet wurde das Unternehmen 1846 von Jasper Newton „Jack“ Daniel in der Kleinstadt Lynchburg. Mittlerweile ist Jack Daniel´s die meistverkaufte amerikanische Whiskeymarke weltweit. Der Wert liegt aktuell bei rund drei Milliarden Dollar.

Mit dem Image des Korn steht es nicht zum besten, muss selbst Peter Pilz vom Verband Deutscher Kornbrenner zugeben. „Der Korn gilt als preisgünstiger Schnaps, der vor allem von Arbeitern und Bauern getrunken wird.“ Junge Leute würden deshalb lieber zu Wodka und anderen internationalen Spirituosen greifen. Etwa 50 Millionen Flaschen Korn kaufen die Deutschen seinen Angaben nach jährlich. Vor 20 Jahren waren es mit 120 Millionen noch mehr als doppelt so viele.

Auch Johann Dallmeyer machte aus diesen Gründen lange einen Bogen um Korn, bis er eines Tages ein Aha-Erlebnis in einer Bremer Kneipe hatte, wie er erzählt. Er trank einen Schnaps, ohne zu wissen, dass es sich um Korn handelte – und er schmeckte. „Korn hat vor allem ein Image- und kein Geschmacksproblem.“

Und das will Dallmeyer zusammen mit seiner Schwester Ann-Kathrin und dem gemeinsamen Freund Lars Galling ändern. Im vergangenen Oktober brachten sie mit „Nork“ ihren eigenen Korn auf den Markt. Einen, der nach Korn schmecken sollte, aber nicht zu sehr. Einen, der bei jungen Städtern ankommt, die für Qualität gerne etwas mehr bezahlen.

Brennen lassen sie „Nork“ in einer traditionellen Kornbrennerei in Scheeßel, einer kleinen Gemeinde zwischen ihren Wohnorten Hamburg und Bremen. Dort verdünnen die drei das hochprozentige Destillat selbst mit Wasser, lagern es für einige Wochen und füllen es dann in Flaschen ab. Die selbst designten Etiketten kleben sie am Wochenende im Haus von Dallmeyers Eltern auf die Flaschen. Gerade ist die 2000. fertig geworden.

Korn ist vielseitig
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