Korruptionsverdacht verlief im Sande
Mehdorn sieht sich als Opfer einer Kampagne

Bahnchef Mehdorn hält den gegen ihn erhobenen Korruptionsverdacht für eine «unglaubliche Rufschädigung». Die Vorwürfe dienten nur dazu, die Bahn in Misskredit zu bringen.

HB BERLIN. Der Chef der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, sieht in den jüngsten Korruptionsvorwürfen gegen ihn eine Rufmordkampagne. Die Vorwürfe «kamen ja im gegenwärtigen Umfeld wie bestellt, um mich, die Bahn und die Verkehrsverträge in Misskredit zu bringen», sagte Mehdorn der «Welt am Sonntag».

Er frage sich, wie es sein könne, «dass ich öffentlich als Korruptionsverdächtiger hingestellt werde und sich nur wenige Tage später erweist, dass da nichts dran ist», sagte Mehdorn. Das sei eine «unglaubliche Rufschädigung».

Der Korruptionsverdacht gegen den Bahnchef hatte sich in der vergangenen Woche nicht erhärtet, wie die Staatsanwaltschaft Neuruppin mitgeteilt hatte. Es zeichne sich ab, dass eine unmittelbare Verantwortlichkeit Mehdorns für den umstrittenen Beratervertrag mit dem Brandenburger Ex-Verkehrsminister Hartmut Meyer nicht nachweisbar sei.

Mehdorn sagte der Zeitung, wenn eine solche Rufschädigung Schule mache, würden sich Jobs wie des Bahnchefs «nur noch Leute antun, die nichts bewegen wollen». Seine klar definierte Aufgabe sei, die Bahn für einen Börsengang fit zu machen. Wie Mehdorn weiter sagte, hält er an dem Plan fest, sein Unternehmen bis 2005 kapitalmarktfähig zu machen.

Von diesem Jahr an werde die Bahn wieder Geld verdienen und im Jahr 2005 damit beginnen, Schulden abzubauen. Im vergangenen Jahr hatte die Bahn den Verlust auf 177 Millionen Euro verringert, was teilweise auch am Verkauf der Tochter Stinnes lag. Sorgen bereite ihm aber nach wie vor der Personenfernverkehr, räumte Mehdorn im Interview ein. Erneut kritisierte er den seiner Ansicht nach unfairen Wettbewerb mit Billigfliegern, da diese von Mineralöl- und Ökosteuer befreit sind.

Mehdorn wiederholte zugleich seine Forderung, die Bahn müsse als integrierter Konzern, also mit Schiene und Betrieb, an die Börse gehen. «Alles andere wäre Nonsens», sagte der Bahnchef. Das hätten auch internationale institutionelle Anleger erkannt. «Und die brauchen wir, denn die Bahn wird zunächst sicher keine Volksaktie.»

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