Kosmetik-Lieferdienste
Das Milliardengeschäft mit der Schönheit

Der Markt für Kosmetik und Haarpflege ist über 370 Milliarden Dollar groß. Liefer-Start-ups aus den USA wollen ihn jetzt mit Haut und Haaren übernehmen. Youtube-Stars treiben das Geschäft an.

San FranciscoMichelle Phan ist ein Superstar. Für Frauen und Mädchen unter 30 ist sie nicht weniger als die Marissa Mayer des Lipgloss, die Sheryl Sandberg der Faltencreme. Die allzeit perfekt geschminkte 28-jährige Amerikanerin mit den vietnamesischen Wurzeln gehört zu den wichtigsten „30 unter 30“ des Forbes Magazin in der Kategorie „Beauty & Style“.

Ihre Youtube-Videos verzeichnen seit 2007 zusammen über eine Milliarde Abrufe und der Kosmetikriese L’Oreal bringt mit ihr eine eigene Kosmetikserie auf den Markt. Jetzt wechselt sie aus dem Rampenlicht von Modeschauen und Kosmetik-Events in das Scheinwerferlicht der Risikokapitalszene auf.

Die Investoren TPG und Sherpa wetten 100 Millionen Dollar auf den von ihr 2011 mitgegründeten Abo-Dienst Ipsy für Kosmetik-Proben. Der lehrt mit 1,5 Millionen Abonnenten schon heute den Kosmetik-Fachgeschäften und Drogerien das Fürchten und revolutioniert die Art, wie in Zukunft Kosmetik vertrieben wird.

Welche Frau kann da widerstehen: Hier ein Lippenstift, da ein Lidschatten, dort eine Creme. Die ganze Kosmetikindustrie lebt von Pröbchen und Testern. Kundinnen auf der ganzen Welt stöbern mit Leidenschaft Stunden in Kosmetikläden herum. Aber warum nicht die Pröbchen zur Kundin bringen, hat sich Phan mit Ipsy gedacht. Das ist für zehn Dollar monatlich 12-mal im Jahr Weihnachten.

Per Post kommt jeweils ein frech designter Beutel, der sogenannte „Glam-Bag“, vollgepackt mit Kosmetik, die laut Unternehmen einen Gegenwert von rund 50 Dollar (44 Euro) haben sollen. Proben von NYX, Smashbox, Olehensiksen oder Urban Decay sind dabei, um nur einige Namen zu nennen.

Dazu gibt es Videos auf Youtube die zeigen, wie man sich im Teenager-Zimmer professionell schminken kann. Sonderpreise für die Vollprodukte locken dann die Umsätze zu Ipsy statt zu Sephora oder Macy’s. Ipsy setzt nach eigenen Angaben bereits 150 Millionen Dollar im Jahr um.

Die Kosmetikkette Sephora, heute die bevorzugte Shoppingadresse für Frauen, wenn es um Kosmetikproben geht, ist längst aufgeschreckt und schlägt zurück. „Play by Sephora“ heißt der Abo-Dienst für zehn Dollar monatlich, der in Kürze Live gehen und die Kunden zurück in die Läden holen soll. Mit allen Proben gibt es Anleitungsmaterial oder auf Wunsch Beratung in einer Sephora-Filiale.

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