Kosmetikbranche
Duft-Rabattschlacht belastet Hersteller und Händler

Schnäppchenpreise bereiten der Kosmetikbranche zunehmend Sorgen. Satte Rabatte gibt es mittlerweile selbst im Weihnachtsgeschäft, klagen Hersteller. Probleme bereiten auch gefälschte Produkte vor allem aus China.
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DüsseldorfRabattschlachten des Handels vor allem bei Düften setzen die Hersteller von Markenkosmetik zunehmend unter Druck. Mit einem Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 2,077 Milliarden Euro seien die Geschäfte im vergangenen Jahr deutlich schlechter gelaufen als erwartet, sagte der Präsident des Kosmetikverbands VKE, Stephan Seidel, am Donnerstag in Düsseldorf. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine derartig heftige, weite Teile des Jahres umfassende Preisschlacht erlebt zu haben.“ Davon sei auch die für die Branche besonders wichtige Vorweihnachtszeit betroffen gewesen.

Mit einem Umsatzplus von lediglich 0,3 Prozent sei die Entwicklung bei den Damendüften besonders schlecht verlaufen, beklagte Seidel. Probleme bereiteten zunehmend aber auch illegale Importe und Fälschungen vor allem aus China. Verbraucher müssten etwa beim Kauf gefälschter Düfte mit gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen wie etwa Schwermetallen rechnen. So sei im vergangenen Jahr die Zahl der vom Zoll beschlagnahmten gefälschten Kosmetikprodukte um 20,5 Prozent auf 646 170 Stück gestiegen.

Deutliche Umsatzrückgänge um 3,2 Prozent, beziehungsweise 2,5 Prozent habe es im vergangenen Jahr vor allem bei Gesichtspflege- und Sonnenprodukten, sowie bei Herrenkosmetik gegeben. Bei Kosmetikartikeln wie Lippenstiften, Nagellack oder Make-up seien die Umsätze dagegen um 4,9 Prozent gestiegen.

Verlierer der aktuellen Entwicklung seien vor allem kleine Parfümeriegeschäfte, von denen viele im vergangenen Jahr von ihren Inhabern zum Verkauf angeboten worden seien, sagte Seidel. Beim Onlinehandel rechne die Branche dagegen in den kommenden Jahren mit einem weiteren starken Zuwachs. Dabei werde sich der Umsatzanteil der im Internet verkauften Produkte von derzeit etwa 17 Prozent auf 20 Prozent bis 22 Prozent weiter erhöhen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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