Kosmetikhandel
Creme-Käufer bevorzugen Drogerien

dm profiliert sich als beliebteste Einkaufsstätte – Discounter und SB-Warenhäuser sind in dieser Warengruppe weit abgeschlagen. Auch Konkurrenten mit deutlich größerem Filialnetz können weniger Kunden an sich binden. Besonders Branchenriese Schlecker wird den Kundenansprüchen nach Expertenmeinung nicht gerecht.

DÜSSELDORF. Alarmsignal für Drogeriemarktkönig Anton Schlecker: Mit deutschlandweit 10 800 blauweißen Verkaufsstellen besitzt der schwäbische Unternehmer zwar zwölfmal so viele Standorte wie sein Verfolger dm, der Branchen-Vize aus Karlsruhe bindet trotzdem mehr Stammkunden.

Das geht aus einer Repräsentativumfrage des Handelsblatts, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und des Marktforschungsunternehmens TNS Infratest unter 1 000 Verbrauchern hervor. Sie fand jetzt heraus: 16 Prozent aller Befragten kaufen ihre Gesichts- und Körperpflegeartikel regelmäßig in den dm-Drogeriemärkten, nur 14 Prozent bevorzugen Schlecker. Die exklusive Studie untersucht Monat für Monat die Kompetenz von Handelsunternehmen in unterschiedlichen Warengruppen.

„Viele Drogeriekunden laufen an drei Schlecker-Läden vorbei, um anschließend bei dm einzukaufen“, lästert ein Branchenexperte. Und selbst Rossmann, Nummer drei in Deutschland und mit 2,45 Mrd. Euro Jahresumsatz nicht einmal halb so groß wie der Marktführer, hat mit nur 1 272 Filialen fast so viele Stammkunden gewonnen wie Schlecker. „Dessen Sortiment und Ladengestaltung werden den Kundenansprüchen nicht gerecht, obwohl die Kunden Schlecker eine grundsätzliche Warenkompetenz zugestehen“, interpretiert KPMG-Handelsexperte Johannes Siemes die Umfrageergebnisse.

Geht es um den Verkauf von Haarshampoo, Zahnpasta oder Duschgel, zeigen neben Schlecker auch andere große Händler empfindliche Schwächen. Zu ihnen zählt die angeschlagene Drogeriekette Ihr Platz, die trotz ihrer 700 Standorte gerade einmal ein Prozent aller Deutschen als Stammkunden zählen darf. Aber auch die großen Discounter Aldi und Lidl versagen bei dieser Warengruppe auf ganzer Linie. Sie bringen es trotz ihres engmaschigen Ladennetzes und der enormen Marktmacht nur auf einen Stammkundenanteil von zwei Prozent. Und selbst diese Kunden benoteten laut KPMG-Sortimentsmonitor das Gesichts- und Körperpflegeangebot nur mäßig mit 2,7. Rossmann und dm schafften hier die Note 2,1.

Für die Discounter eine riskante Schwäche: Immerhin gaben die Deutschen im vergangenen Jahr 12,3 Mrd. Euro für Körperpflege und Kosmetik aus, wie es beim Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) heißt. Sowohl 2006 wie 2007 wuchs das Geschäft – bei einem stagnierenden Einzelhandelsmarkt – um jeweils knapp vier Prozent.

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