Kosmetikkonzern
L'Oréal könnte Kauf des Nestlé-Anteils stemmen

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hält fast 30 Prozent an der Kosmetikfirma L'Oréal. Als möglicher Käufer für den Anteil sieht L'Oréal sich selbst gerüstet. Der Aktie hilft das auf die Sprünge.
  • 0

ParisDer französische Kosmetikkonzern L'Oréal verfügt nach eigenen Angaben über die nötigen Mittel, um Nestlé seinen 23 Milliarden Euro schweren Anteil abzukaufen. Dies sagte L'Oréal-Chef Jean-Paul Agon am Freitag. Zugleich betonte er, damit nicht versprechen zu wollen, dass L'Oréal wirklich diesen Weg geht. Seit einiger Zeit gibt es Spekulationen, dass sich der Schweizer Nahrungsmittelkonzern von seiner knapp 30-prozentigen Beteiligung an L'Oréal trennen will.

Nestlé lässt sich offiziell bei der Thematik nicht in die Karten schauen. Im April läuft ein gegenseitiges Vorkaufsrecht zwischen Nestlé und der Industriellenfamilie Bettencourt aus, die ebenfalls 30 Prozent an L'Oréal hält. Sollte sich L'Oréal entscheiden, die Nestlé-Beteiligung zu kaufen, würde der Konzern damit seine Unabhängigkeit sichern.

An der Börse sorgten die Nachrichten für positiven Aufruhr. Die L'Oréal-Aktie legte 4,8 Prozent zu. Der Kosmetikkonzern ist mit einem Marktwert von 77 Milliarden Euro der drittgrößte Konzern Frankreichs. Das Nestlé-Papier lag 0,7 Prozent im Plus.

L'Oréal könnte Nestlé herauskaufen, indem sich die Firma zuvor von ihrem Anteil am Pharmakonzern Sanofi trennt. "Wir haben alle signifikanten finanziellen Ressourcen, weil wir positiven Cash Flow haben und die neun Prozent an Sanofi", sagte Agon. Die Beteiligung an dem Medikamentenkonzern ist in etwa knapp neun Milliarden Euro wert. "Wir haben immer gesagt, dass unser Anteil an Sanofi finanzieller und nicht strategischer Art ist. Deswegen könnten wir ihn einsetzen, sollte sich uns eine Gelegenheit bieten." Der Cash Flow betrug Ende Juni etwas mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Der L'Oréal-Konzern, der unter anderem Kosmetikprodukte der Marken Kiehl's, Lancome, Biotherm und Helena Rubenstein im Sortiment hat, steigerte im ersten Halbjahr seinen operativen Gewinn um fast acht Prozent. Fürs vierte Quartal ist Agon für die Geschäftsentwicklung etwas zuversichtlicher als für das laufende Quartal.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kosmetikkonzern: L'Oréal könnte Kauf des Nestlé-Anteils stemmen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%