Kosten für Pannenhilfe steigen
ADAC erwägt Beitragserhöhung

Den fast 15 Millionen Mitgliedern des ADAC drohen wegen der immer höheren Kosten für die Pannenhilfe und die Luftrettung mittelfristig Beitragserhöhungen.

HB/dpa MÜNCHEN. „Irgendwann sind die Stellschrauben am Ende“, sagte ADAC-Präsident Peter Meyer am Mittwoch in München. Die Beiträge seien seit zwölf Jahren stabil. Konkrete Beschlüsse für Erhöhungen gebe es noch nicht. Sie könnten aber in den nächsten Jahren kommen. Bei seinem Einstieg ins Kreditgeschäft will Europas größter Automobilclub vor allem auf die Finanzierung von Gebrauchtwagenkäufen setzen.

In diesem Jahr will der Automobilclub rund 200 000 neue Mitglieder hinzugewinnen. Ende 2002 hatte er 14,6 Millionen Mitglieder und damit rund 150 000 mehr als vor Jahresfrist. Die Beitragseinnahmen wuchsen bundesweit im vergangenen Jahr von knapp 484 Millionen auf 500,8 Millionen Euro. „Beim ADAC e.V. München reichten die Beitragseinnahmen gerade so aus, um alle Vereinsleistungen finanzieren zu können“, sagte Meyer. Im vergangenen Jahr leisteten die „Gelben Engel“ 3,55 Millionen Mal Pannenhilfe, etwas öfter als im Vorjahr. Der bereinigte Jahresüberschuss des ADAC e.V. München und seiner Regionalclubs stieg vor allem wegen eines hohen Finanzergebnisses leicht auf rund 53 Millionen Euro.

Den Einstieg in die Fahrzeug-Finanzierung will der ADAC Anfang 2004 mit dem Angebot eines Ratenkredits vornehmen. „Die meisten Autos werden in Deutschland nicht im Neuwagen- sondern im Gebrauchtwagengeschäft verkauft, da wollen wir natürlich mit einsteigen“, sagte Meyer. Weitere Schritte wie Leasing oder Führerscheinfinanzierung könnten folgen, seien aber noch nicht im konkreten Planungsstadium. Der ADAC sucht für den Kredit-Einstieg eine Partnerbank, hat sich aber noch nicht auf einen Anbieter festgelegt. Der Gebrauchtwagen-Finanzierung will der ADAC den Vorzug geben, weil es in diesem Marktsegment im Gegensatz zum Neuwagengeschäft bisher erst wenige attraktive Angebote gebe.

Bei der im Mai vergangenen Jahres neu ins ADAC-Programm aufgenommenen Unfall-Versicherung verzeichnete der Automobilclub innerhalb von sieben Monaten rund 42 500 Verträge, das sei im Vergleich zur Branche ein sehr gutes Ergebnis, sagte ADAC- Geschäftsführer Hans Reuter.

Wichtigste Tochtergesellschaft war auch im vergangenen Jahr die ADAC-Schutzbrief Versicherungs-AG, deren Prämieneinnahmen von 287,6 auf 302,4 Millionen Euro stiegen. Der Jahresüberschuss sank von 21,9 auf 16,1 Millionen Euro. Die ADAC-Rechtsschutz Versicherungs-AG konnte den Angaben zufolge entgegen dem Markttrend beim Bestand um rund 25 000 Verträge zulegen. Hier wuchsen die Prämieneinnahmen um 2,6 auf 123,8 Millionen Euro, der Jahresüberschuss kletterte auf 22,7 Millionen Euro nach Steuern nach 18,3 Millionen Euro im Vorjahr.

Dagegen litt die ADAC-Verlag GmbH unter den Auswirkungen der Konsum- und Anzeigenflaute und blieb mit einem Umsatz von 105,7 Millionen Euro um 24 Millionen Euro hinter dem Vorjahreswert zurück. Der Jahresüberschuss betrug 2,4 (Vorjahr: 7,2) Millionen Euro.

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