Kosten und logistische Probleme
Air Berlin leidet unter Flughafen-Desaster

Der Job im Cockpit von Air Berlin war für Hartmut Mehdorn noch nie ein Traum. Die Millionenkosten, die jetzt die geplatzte Eröffnung des neuen Berliner Airports verursacht, könnten seine Aufgabe zum Alptraum machen.
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DüsseldorfDer 3. Juni hätte schön werden können. Vor Politprominenz und internationaler Presse hätte Hartmut Mehdorn die Fluggesellschaft repräsentieren können, die mit dem Berliner Flughafen „Willy Brandt“ in Schönefeld ihre neue Heimatbasis erhält. Es wäre vielleicht der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere an der Spitze von Air Berlin gewesen.

Doch dann das: 27 Tage vor der Eröffnung gibt der Chef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg, Rainer Schwarz, Probleme mit dem Brandschutz bekannt. Die Eröffnung platzt. Wann der neue Hauptstadtflughafen an Netz gehen soll – ungewiss.

Hartmut Mehdorn findet sich einmal mehr dort wieder, wo er schon so oft in seiner Karriere stand: zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Um den ambitionierten Sommerflugplan mit 70 Direktverbindungen weltweit umsetzen zu können, muss Air Berlin auf den Flughafen Tegel ausweichen. Öffentlich fordert Mehdorn eine Aufweichung des Nachtflugverbots, spricht von „gewaltigen logistischen Problemen“. Dahinter stecken Millionenkosten, die jemand bezahlen muss, Passagiere, um deren Verständnis er ringen muss und Ärger mit all denjenigen, die sich von einer Verlagerung des Flughafens auch eine Verbesserung der Fluglärmsituation versprochen hatten. Der Sommer – so viel lässt sich jetzt schon prognostizieren – wird ungemütlich für Hartmut Mehdorn.

Aber er will auch nicht alles auf sich sitzen lassen und kündigt an, wegen der verschobenen Eröffnung Schadenersatz von der Betreibergesellschaft zu fordern. Air Berlin gehe davon aus, dass der Flughafen die Mehrkosten trage, sagte er am Dienstag in Berlin. „Wir werden diese Kosten nicht übernehmen“. Mit der Eröffnung des Hauptstadtflughafens dürfen die Betreiber nicht bis 2013 warten. „Davon halte ich überhaupt nichts“, sagte Mehdorn. „Wir brauchen den Flughafen so schnell wie möglich, Tegel reicht nicht mehr.“

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  • Unternehmerisch die Verantwortung zu übernehmen bedeutet bei Misserfolg Geld zu verlieren.
    Die politische Verantwortung zu tragen heißt erst einmal gar nichts. Aber wenn sich die Sache hochschaukelt, dann kann der ein oder andere schon einmal den Kopf verlieren, wie die Geschichte gelehrt.

  • Tja, da hattn wohl einige eine ausgeprägte Rot-Grün Schwäche. So wie ich Projekte kenne gibt es Punkte an denen die Alarmglocken aber klar auf Rot gehen. Dies zu ignorieren und dann paar Tage vor Eröffnung grundlegende Verzögerungen feststellen, das ist einfach nur Lügnerei. Was sich dieser Aufsichtsrat an Geld in Tasche gesteckt hat und noch steckt wäre sicher sehr spannend. Oder fällt so etwas unter Sozialneid?

  • Air Berlin, Lusthansa und BBI
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    BBI steht für die Hybris von Wowereit und Platzeck.
    Beide haben schin das Maximum ihrer persönlichen Unfähigkeit erreicht und sollten zurücktreten.
    Das die Fluggesellschaften nun Schadenersatz fordern, ist nur gerecht.
    Wowereit und Platzeck wir das wohl nicht jucken, es gibt ja den LFA, das zahlen die Anderen (Bayern, Baden-Würtemberg und Hessen; so what?

    Zitat:
    Wenn etwas nicht klappt, sind immer andere schuld. Und so richtig mitzunehmen schien ihn die Sache auch nicht. Zudem wurde bekannt, dass er sich am Vorabend auf einer Feierlichkeit amüsiert hatte - da wusste Wowereit bereits von dem Flughafen-Flop. Und anstatt alles stehen und liegen zu lassen, um die Verfehlungen aufzuklären, reiste er nach der Pressekonferenz wie geplant zu einem Trip nach Paris.

    Wowereit sieht kein eigenes Fehlverhalten
    Zitat Ende:

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