Kostensenkungen in vielen Bereichen notwendig
Nahverkehr leidet unter Energiepreisen

Nach jahrelangem Aufwind sieht die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) düster aus. Gründe sind die rasant steigenden Energiepreise und sinkende öffentliche Zuschüsse für Schüler, Azubis und Schwerbehinderte.

HB HAMBURG. Bundesweit deckten Fahrgeldeinnahmen nur 43 bis 44 Prozent der Kosten, erläutert Klaus Vorgang, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). Um wieder mehr Geld für Investitionen zu haben, fordern Fachleute von den Verkehrsbetrieben Kostensenkungen. Statt des Steuerzahlers sollen zudem die Fahrgäste mehr zur Finanzierung beitragen.

Wenn Fahrgeldeinnahmen schon zehn Prozentpunkte mehr zur Kostendeckung beitragen würden, wäre das schon ein großer Erfolg, sagt Vorgang. Das sei aber nicht durch kräftige lineare Preiserhöhungen zu erreichen. „Wir dürfen die Preisschraube nicht überdrehen, sondern müssen vorsichtig ausloten, was der Markt hergibt“, ergänzte er.

Die kommunalen Verkehrsbetriebe müssten durch Defizit-Abbau die öffentlichen Haushalte entlasten, fordert Günter Elste, Vorstandschef der Hamburger Hochbahn AG. Das stärke auch ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem liberalisierten Verkehrsmarkt. „Mobilität mit Bussen und Bahnen ist unverzichtbar für unsere Volkswirtschaft. Doch wir brauchen ein Umsteuern in Richtung Nachfrage- und Ertragsorientierung“, sagte Elste, der zugleich Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist.

Die Not der Branche ist groß. Der Münchener Verkehrsverbund (MVV) muss für Dieselkraftstoff heute 29 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. Zugleich seien Bund und Land bei ihren Beiträgen für den ÖPNV „auf die Bremse getreten“: Staatliche Ausgleichszahlungen für Schüler- und Azubi-Tarife wurden gekürzt, auch Zahlungen für Schwerbehinderte, die kostenlos befördert werden müssen. Im MVV addiert sich das in diesem Jahr auf rund acht Mill. Euro Mindereinnahmen – rund zwei Prozent der Fahrgeldumsätze.

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