Kostensenkungen von bis zu 15 Prozent geplant
Nettoverlust bei Eurotunnel steigt weiter

Der anhaltende Preiskrieg und die starke Konkurrenz der Billigfluglinien belasten das Betreiberunternehmen des Kanaltunnels zwischen England und dem europäischen Festland stärker als erwartet. Nun sind erste Maßnahmen im Gespräch.

HB PARIS. Die hochverschuldete Betreibergesellschaft des Kanaltunnels zwischen England und dem europäischen Festland, Eurotunnel, hat im ersten Halbjahr einen drastischen Anstieg ihres Nettoverlustes verzeichnet. Angesichts des Preiskriegs durch die Konkurrenz von Billigfluglinien und Fährunternehmen erwartet das französisch-britische Unternehmen auch in der zweiten Jahreshälfte keine Erholung. Die Aktien von Eurotunnel gaben am Montag stark nach.

Im ersten Halbjahr habe der Nettoverlust 119 Millionen Euro nach 22 Millionen im Vorjahreszeitraum betragen, teilte Eurotunnel mit. Die Betreibergesellschaft verwies auf geringer ausgefallene Einmaleffekte, höhere Kosten und massive finanzielle Belastungen. Das nach einer Aufsehen erregenden Revolte der Kleinanleger im April eingesetzte neue Management kündigte Einsparungen und umgehende Gespräche mit den Finanz- und Industriepartnern an. Der operative Gewinn von Eurotunnel fiel im Berichtszeitraum von 119 Millionen Euro auf 108 Millionen Euro. Der Umsatz ging von 393 Millionen Euro auf 390 Millionen Euro zurück.

Eurotunnel-Finanzchef Herve Huas kündigte an, die Kosten um 15 Prozent reduzieren zu wollen. Zudem solle eine neue Preispolitik die Bilanz verbessern. Die Maßnahmen würden aber frühestens 2005 Früchte tragen. „Diese Ergebnisse sind nicht unsere“, erklärten der Vorstand Jacques Maillot und Chefmanager Jean-Louis Raymond. „Aber wir haben die Möglichkeiten für eine Erholung erkannt.“ Daher solle sich die Situation ab 2005 verbessern.

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