Kraft Heinz
Wen greifen Buffett und 3G als nächstes an?

Mit der 143-Milliarden-Dollar-Offerte ist vom Tisch – die Übernahme von Unilever durch Kraft Heinz gescheitert. Doch die Investoren Warren Buffett und 3G Capital dürften kaum locker lassen.
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New YorkNach der geplatzten Megaübernahme von Unilever durch Kraft Heinz herrscht in der Lebensmittel- und Konsumgüterbranche gespannte Erwartung. Experten fragen sich, ob der von den Investoren Warren Buffett und 3G Capital gestützte US-Ketchuphersteller statt des abgeblasenen Deals im Volumen von 143 Milliarden Dollar nun ein neues Ziel ins Auge fasst.

Der Vorstoß von Kraft bei Unilever untermauere das Interesse und die Kapazitäten des Konzerns, große Zukäufe zu stemmen, erklärte Analyst Andrew Lazar von der Barclays-Bank. „Und das womöglich in kurzfristiger Perspektive.“ Sein Kollege Ali Dibadj von Geldhaus Sanford Bernstein nannte Colgate-Palmolive als mögliches Übernahmeziel. Die Offerte für Unilever zeige Krafts Bereitschaft zu bedeutenden Transaktionen jenseits des Stammgeschäfts mit Nahrungsmitteln. Die Analysten von Société Générale erklärten, auch Unilever könnte nun einen strategischen Zukauf ins Auge fassen, um die eigene Unabhängigkeit zu sichern – etwa ebenfalls mit dem Kauf des US-Konzerns Colgate.

Martin Deboo von der Investmentbank Jefferies warf die Frage auf, ob manche oder alle Lebensmittel-Marken von Unilever bei Kraft nicht doch gut aufgehoben sein könnten. Nach britischem Übernahmerecht darf Kraft aber erst wieder in sechs Monaten mit Unilever Fusionsgespräche führen. In Bankenkreisen hieß es, auch Spekulationen über einen Kraft-Vorstoß bei Mondelez („Milka“, „Tuc“) würden nun neue Nahrung erhalten. Michael Hewson von Online-Broker CMC Markets konstatierte, jedenfalls werde die Lebensmittelbranche als Sektor im Blickpunkt bleiben, in dem weitere Fusionen möglich seien.

Ein Zusammenschluss von Kraft und Unilever wäre die größte Übernahme eines britischen Unternehmens aller Zeiten gewesen. Er hätte Marken wie Philadelphia-Frischkäse, Weight Watchers, Knorr, Lipton und Dove unter einem Dach vereint. Entstanden wäre ein Konzern mit einem Umsatz von gut 82 Milliarden Dollar, der nahe an den Weltmarktführer Nestlé aus der Schweiz mit 89 Milliarden Dollar herangerückt wäre.

Doch das Vorhaben scheiterte ebenso schnell wie es bekannt wurde. „Unsere Absicht war ein Vorgehen auf freundschaftlicher Basis“, erklärte ein Kraft-Sprecher. „Aber es wurde klar, dass Unilever keine Transaktion anstrebte.“

Kraft sah sich am Freitag gezwungen, die Pläne öffentlich zu machen, nachdem an den Börsen entsprechende Gerüchte zirkulierten. Die postwendende brüske Absage des britisch-niederländischen Konzerns überraschte das Kraft-Management, wie eine mit der Sache vertraute Person sagte. Kraft habe dann die Offerte zurückgezogen, da die anschließenden Verhandlungen mit Unilever zu schwierig geworden wären.

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Beteiligung von 3G war für Unilever heikel

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