Kraftfahrzeug-Gewerbe
Autohändler fallen ins Mehrwertsteuerloch

Nach einem guten Jahr folgt für die Autohändler und Werkstätten ein schlechtes Jahr. Wegen der Mehrwertsteuererhöhung rechnet das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe für 2007 mit einem schlechterem Geschäft. Doch so ganz pessimistisch sind die Händler nicht.

HB MÜNCHEN. Nach einem schwachen Jahresauftakt wegen der Mehrwertsteuererhöhung rechnet das deutsche Kraftfahrzeug-Gewerbe für 2007 mit einem etwas schlechteren Geschäft. Der Umsatz der Autohändler und Werkstätten werde leicht auf etwa 129 Mrd. Euro zurückgehen, sagte der Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Robert Rademacher, am Dienstag in München. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um 4,5 Prozent auf 131 Mrd. Euro gestiegen.

„Der Start in das neue Autojahr war über Erwarten holprig“, sagte Rademacher. Mit prozentual zweistelligen Rückgängen im Januar und Februar sei die Steuer-Delle vor allem im Geschäft mit Neuwagen und im Service zu spüren. Nach den vorgezogenen Käufen zum Jahresende 2006 sei die Stimmung in der Branche nun schlecht, sagte der Verbandschef.

Dennoch gab Rademacher für das Gesamtjahr einen verhalten optimistischen Ausblick: Die Zahl der gekauften Autos werde trotz der höheren Mehrwertsteuer wieder den Vorjahreswert von 10,2 Mill. erreichen. Während die Neukäufe voraussichtlich leicht auf 3,4 Mill. zurückgingen, sollen die Zulassungen von Gebrauchten auf 6,8 Mill. steigen. „Wir vertrauen auf die Monate März und April.“ Dann seien die Umsätze der Kfz-Branche traditionell höher. Außerdem regten die vielen neuen Modelle, die 2007 auf den Markt kommen, die Kauflust an.

Im vergangenen Jahr mussten die Autokäufer für Neufahrzeuge tiefer in die Tasche greifen. Der Durchschnittspreis stieg um 2,5 Prozent auf 24 480 Euro. Gebrauchtwagen wurden im Schnitt um 20 Euro billiger. Insgesamt hätten die Deutschen deutlich mehr Geld für ihr Auto ausgegeben, weil größere Modelle wie PS-starke Geländewagen stärker gefragt gewesen seien und die Wünsche nach Zusatzausstattung für Sicherheit und Komfort zugenommen hätten, sagte Rademacher.

Neben dem Handel mit neuen und gebrauchten Fahrzeugen legte 2006 auch das Servicegeschäft deutlich zu. Sein Umsatz wuchs um 5,2 Prozent auf 27 Mrd. Euro. Vor allem das Reifengeschäft habe sich positiv entwickelt, auch wenn das milde Wetter im November und Dezember für weniger Umsätze gesorgt habe, sagte Rademacher. Eine Service-Stunde kostete laut ZDK 63,12 Euro, 1,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Kfz-Betriebe ging um rund 600 auf 40 200 zurück, die Zahl der Mitarbeiter sank um 3 550 auf etwa 473 500.

Zur Diskussion um den Klimaschutz sagte Rademacher, es sei ein vernünftiger Weg, die Kfz-Steuer am Kohlendioxid-Ausstoß auszurichten. Das Auto werde aber zu Unrecht als Umweltfeind Nummer eins dargestellt.

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