Kranich-Linie prüft Squeeze-Out der anderen Aktionäre
Lufthansa ist bei Swiss-Übernahme fast am Ziel

Die Deutsche Lufthansa ist der Komplettübernahme der Schweizer Gesellschaft Swiss ein gutes Stück nähergekommen. Die noch von anderen Aktionären gehaltenen Anteile will sich die Kranich-Linie vermutlich per Squeeze-Out sichern.

HB FRANKFURT. Die Lufthansa und die Schweizer Almea-Stiftung hielten über die Schweizer Gesellschaft Air-Trust nun 96 Prozent an der Swiss, teilte das Unternehmen am Freitag nach Ablauf der Angebotsfrist an die außen stehenden Aktionäre mit. Von den Großaktionären der Swiss lägen vertragliche Zusagen für 84,6 Prozent des Aktienkapitals vor. Weitere 11,4 Prozent der Swiss-Aktien seien Air-Trust von Kleinaktionären angedient worden.

Air-Trust prüfe nun eine Zwangsabfindung (Squeeze-Out) der Minderheitsaktionäre. Aktionäre haben das Recht, die restlichen Anteilseigner einer Gesellschaft zwangsweise abzufinden, wenn sie mehr als 95 Prozent der Aktien halten. Vom 9. Juni bis 22. Juni sei zur nachträglichen Annahme des Kaufangebotes eine Frist von zehn Börsentagen festgesetzt worden. Bis zum Ablauf der Angebotsfrist seien Air-Trust bereits 73,6 Prozent der breit gestreuten Swiss-Aktien angedient worden.

Um die Verkehrsflugrechte der Swiss nicht zu gefährden, hatte die Lufthansa zunächst elf Prozent an AirTrust erworben, deren Mehrheit noch bei Almea mit 89 Prozent liegt. Langfristig ist die vollständige Übernahme geplant. Eine Lufthansa-Sprecherin sagte am Freitag, die Fluglinie habe nach der kartellrechtlichen Freigabe der Übernahme die Möglichkeit, ihren Anteil auf 49 Prozent aufzustocken. Dies werde nach der vorläufigen Zeitplanung für das dritte Quartal erwartet.

Lufthansa hatte ihr Kaufangebot von 8,96 Schweizer Franken je Aktie für die Kleinaktionäre der Swiss Anfang Mai offiziell vorgelegt, nachdem die Übernahme Mitte März vereinbart worden war. Die komplette Übernahme des finanziell angeschlagenen Konkurrenten kostet die deutsche Fluglinie bis zu 310 Millionen Euro. Hinzu kommen nach bisherigen Planungen 100 Millionen Euro für deren Integration.

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