Kranichlinie startet Pilotprojekt in Hamburg
Lufthansa greift Billigflieger an

Die Deutsche Lufthansa reagiert auf den Boom der Billigflieger und bietet preisgünstige Tickets künftig verstärkt unter der eigenen Konzernmarke an.

HB FRANKFURT. Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen wird die Kranichlinie in dieser Woche einen Pilotversuch am Flughafen Hamburg starten und einige Europastrecken mit Beginn des Winterflugplans zu niedrigeren Tarifen anbieten.

Das Projekt, das im Konzern unter dem Arbeitstitel „Lufthansa Direkt“ firmiert, folgt weitgehend dem Erfolgskonzept der Billigfluglinien: Pendelverkehr zwischen zwei Flughäfen, höhere Produktivität der Jets, aggressivere Preismaßnahmen. Um die Kosten pro Sitzplatz und Flugkilometer zu senken, werde Lufthansa ab Hamburg künftig statt kleinerer Bombardier-Jets verstärkt größere Boeing-737-Maschinen einsetzen und diese enger bestuhlen, hieß es. Christoph Klingenberg, der für die Neuordnung des Europaverkehrs zuständig ist, werde die Mitarbeiter morgen über die Billigflug-Pläne des Konzern unterrichten, erfuhr das Handelsblatt aus dem Unternehmen. Offiziell will Lufthansa seine Expansionspläne weder bestätigen noch als Testfall verstanden wissen: „Wir gehen in Märkte, in denen wir attraktive Potenziale erschließen können. Dafür braucht man keinen dogmatischen Ansatz“, sagte ein Konzernsprecher.

Pikant ist, dass Lufthansa in Hamburg in direkte Konkurrenz zu Germanwings tritt, obwohl der Kranichkonzern an dem Billigflieger über dessen Mutter Eurowings selbst 49 Prozent der Anteile hält. Germanwings bestätigte gestern, erstmals auch von Hamburg aus Billigflüge anzubieten. Ab November sollen dort zwei Airbus-Jets elf europäische Strecken bedienen. Hamburg sei mit Billigflügen „deutlich unterversorgt“ und deshalb ein sehr attraktiver Markt, betonte Germanwings-Geschäftsführer Andreas Bierwirth.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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