Krankenhäuser: Rhön-Klinikum will weiter wachsen

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Rhön-Klinikum will weiter wachsen

In Wiesbaden hat sich der private Krankenhausbetreiber knapp die Hälfte einer sanierungsbedürftigen Klinik gesichert. Auch insgesamt will Rhön-Klinikum in diesem Jahr beim Umsatz zulegen.
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Frankfurt/DüsseldorfDer Klinikbetreiber Rhön-Klinikum kann bei den städtischen Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden einsteigen. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte dem Verkauf von 49 Prozent der defizitären HSK an Rhön-Klinikum zu, wie der private Klinikbetreiber am Donnerstagabend mitteilte. Auch mit Hilfe des Zukaufs werde der Konzern 2012 weiter wachsen.

Die HSK erzielt den Angaben zufolge mit 1027 Betten und rund 3100 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro pro Jahr. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. „Wir werden die HSK mit unserer Umstrukturierungsexpertise wieder in die schwarzen Zahlen führen und zu einer zukunftsfesten Einrichtung entwickeln“, sagte Rhön-Chef Wolfgang Pföhler. Zunächst wird das Wiesbadener Krankenhaus aber eine Belastung - der Konzerngewinn werde 2012 auf 145 Millionen Euro zurückgehen, wie Rhön-Klinikum weiter mitteilte. Im vergangenen Jahr war dieser nach vorläufigen Zahlen dank kräftig gestiegener Patientenzahlen noch um elf Prozent auf 161 Millionen Euro geklettert.

Dem Einstieg bei der HSK müssten unter anderem die Kartellbehörden noch zustimmen. Die HSK soll erstmals im zweiten Quartal 2012 in die Konzernbilanz einfließen.

Zwar bekommt auch der fränkische Krankenhauskonzern die Sparanstrengungen im Gesundheitssystem zu spüren. Dennoch erwartet das auf die Sanierung defizitärer Kliniken spezialisierte Unternehmen auch 2012 gute Geschäfte. „Wir rechnen wiederum mit einer steigenden Nachfrage in unseren Krankenhäusern und einem entsprechenden Ergebnisbeitrag“, erklärte Finanzvorstand Erik Hamann zur Vorlage vorläufiger Geschäftszahlen.

Den Umsatz will Rhön-Klinikum 2012 auf 2,85 Milliarden von 2,63 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erhöhen. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll auf 350 Millionen von 337 Millionen Euro klettern. Von den genannten Werten könne der Umsatz um 2,5 Prozent, die Gewinnkennziffern um fünf Prozent nach oben oder unten abweichen, erklärte der Konzern. Unter anderem wegen hoher Material- und Personalkosten war der operative Gewinn von Rhön zuletzt nur stabil geblieben, was die Anleger verschreckt hatte. Das Unternehmen hatte jedoch ein stärkeres Wachstum für das Schlussquartal in Aussicht gestellt.

In den Kliniken der Gruppe wurden im vergangenen Jahr etwa 2,28 Millionen Patienten behandelt. Dies entspricht einem Zuwachs von 11,5 Prozent zum Vorjahr. Neben Asklepios und der Fresenius-Tochter Helios ist Rhön-Klinikum einer der größten privaten Klinik-Betreiber Deutschlands. Zurzeit besitzt der Konzern bundesweit 53 Kliniken und 38 Medizinische Versorgungszentren. Auch die Universitätsklinik in Gießen und Marburg gehört zur Rhön-Gruppe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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