Krankenhausbetreiber
Capio akzeptiert nachgebessertes Angebot

Der schwedische Krankenhausbetreiber Capio hat ein deutlich nachgebessertes Übernahmeangebot der Finanzgesellschaften Apax Partners und Nordic Capital akzeptiert. Beide Finanzinvestoren erhöhten am gestrigen Donnerstag ihr Angebot auf 163 Kronen. Das entspricht einer Konzern–Bewertung von 1,82 Mrd. Euro. Experten beobachten den Verkauf von Krankenhäusern an ausländische Investoren aber mit Skepsis.

STOCKHOLM / FRANKFURT. Ihre erste Offerte vor einem Monat von 153 Kronen hatten Capio und die größten Aktionäre des Unternehmens abgelehnt. Die Frist für Annahme des neuen Angebots läuft bis zum 18. Oktober. Geht die Offerte durch, wäre es das erste Mal, dass Beteiligungsgesellschaften auch auf dem deutschen Markt im Klinikbereich Fuß fassen.

Denn erst vor wenigen Monaten hatte Capio mit der Übernahme der bayerischen Betreibergesellschaft Deutsche Klinik den lange angekündigten Vorstoß auf den deutschen Markt verwirklicht. Die neue Capio-Tochter ist mit insgesamt fünf Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken sowie einem Pflegeheim jedoch nur ein kleiner Anbieter. Ketten wie Rhön, Asklepios oder Helios verwalten fast zehnmal größere Budgets.

Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass sich Finanzinvestoren in den kommenden Jahren verstärkt auf dem deutschen Krankenhausmarkt engagieren werden. Bei vielen Bieterverfahren reichten auch Private-Equity-Gesellschaften Angebote ein – etwa bei dem vom Kartellamt geforderten Verkauf des Klinikums Eilbek durch die Klinik-Kette Asklepios in diesem Sommer. „Ohne einen Partner, der den deutschen Markt kennt, haben diese Angebote aber kaum eine Chance“, sagt Hartmut Schmidt, der sich als selbstständiger Analyst auf den Krankenhausmarkt spezialisiert hat.

Dass Capio mit der Deutschen Klinik und den Finanzinvestoren im Rücken bei größeren Privatisierungsvorhaben gute Aussichten haben wird, hält der Analyst jedoch für zweifelhaft. „Eine Universitätsklinik in ausländischer Hand ist politisch zurzeit undenkbar“, sagt er. Tatsächlich hatte bereits der Verkauf der mittelhessischen Universitätskliniken Gießen/Marburg an das Rhön-Klinikum für heftige politische Kontroversen gesorgt, obwohl das Unternehmen jahrzehntelange Erfahrung im deutschen Krankenhaussektor vorweisen kann.

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