Krankenhausbetreiber
Rhön-Klinikum trotzt der Gesundheitsreform

Die Gesundheitsreform der Bundesregierung hat Rhön-Klinikum durchaus belastet. Dennoch rechnet der Krankenhausbetreiber weiter mit steigenden Gewinnen. Zum ersten Mal nannte das Unternehmen Ziele für 2011.
  • 0

HB FRANKFURT. Nach einem kräftigen Ergebnisanstieg im dritten Quartal nannte der Konzern am Donnerstag überraschend erstmals Ziele für 2011. Demnach soll der Umsatz im nächsten Jahr auf 2,65 (2009: 2,3) Mrd. Euro steigen und der Gewinn auf rund 160 (132) Mio. Euro.

Mit seiner Prognose für 2011 blieb der Konzern jedoch hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Die Rhön-Aktie fiel um zwei Prozent, auf Jahressicht hat das Papier über drei Prozent verloren und zählt damit zu den schwächsten Titeln im Nebenwerteindex MDax. Konzernchef Wolfgang Pföhler erklärte, die im Rahmen der Gesundheitsreform geplanten Sätze zur Krankenhausfinanzierung würden die anfallenden Mehrkosten auch 2011 nicht vollständig ausgleichen. Dennoch werde die Kette weiter wachsen. Wie stark, hänge von der endgültigen Ausgestaltung der Entgeltbedingungen ab.

Rhön-Klinikum ist auf den Erwerb und die Sanierung defizitärer Krankenhäuser spezialisiert und zählt mit Asklepios und der Fresenius-Tochter Helios zu den größten privaten Klinikbetreibern in Deutschland. In den ersten neun Monaten 2010 behandelte das Unternehmen aus dem fränkischen Bad Neustadt 1,53 Mio. Patienten - 13 Prozent mehr als im Vorjahr. In der Folge stieg der Umsatz um elf Prozent auf 1,9 Mrd. Euro, der Gewinn um zehn Prozent auf 107 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr präzisierte der Konzern seine Prognose und rechnet nun mit einem Umsatz von 2,55 Mrd. Euro und einem Gewinn von 145 Mio. Euro.

Wegen der angespannten finanziellen Lage von Ländern und Gemeinden hat es in diesem Jahr bereits mehrere Übernahmen am deutschen Krankenhausmarkt gegeben. Rhön-Klinikum ist dabei bis auf den Kauf einer Klinik für Altenmedizin in Niedersachen allerdings weitgehend leer ausgegangen. Viele Experten gehen davon aus, dass der Konsolidierungsdruck in der Branche 2011 durch die Gesundheitsreform weiter steigen wird.

Kommentare zu " Krankenhausbetreiber: Rhön-Klinikum trotzt der Gesundheitsreform"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%