Krankenhauskonzern
Rhön-Übernahmekampf berührt Marseille kaum

Das Ringen um den Rhön-Konzern sorgt bei den Marseille-Kliniken bisher nicht für Aufregung. Der Pflegeheim-Betreiber rechnet erst bei einer Konzentration mit Folgen. Derweil erntete Marseille erste Früchte des Umbaus.
  • 0

FrankfurtDer Übernahmekampf um den Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum lässt den Pflegeheim-Betreiber Marseille-Kliniken kalt. „Das ist eine andere Größenklasse“, sagte Marseille-Chef Michael Thanheiser am Montag bei Vorstellung der Bilanz des Hamburger Unternehmens in Frankfurt. Sowohl Rhön als auch die Fresenius-Krankenhaustochter Helios seien im Geschäft mit Pflegeheimen vergleichsweise schwach vertreten, sagte Thanheiser. Sollte des zu einer Konzentrationen auf dem Klinikmarkt kommen, könne sich dies allerdings auch auf den Pflegebereich auswirken.

Marseille-Kliniken ist mit rund 4700 Beschäftigten auf stationäre und ambulante Altenpflege spezialisiert und betreibt in Deutschland 60 Senioreneinrichtungen. Das Unternehmen durchläuft momentan einen strategischen Umbau, wozu unter anderem der Verkauf der Rehabilitationsparte gehörte und die Schaffung einer regionalen Führungsstruktur. In der jüngsten Vergangenheit war Marseille-Kliniken immer wieder durch Führungsturbulenzen in die Schlagzeilen geraten. Firmenchef Thanheiser, dessen Vertrag vor wenigen Tagen vorzeitig bis März 2017 verlängert wurde, soll die Firma wieder in ruhigere Fahrwasser führen.

Thanheiser zufolge konnte Marseille im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits erste Früchte des Umbaus ernten. Das Unternehmen erhöhte unter anderem dank einer besseren Belegung seiner Häuser im Geschäftsjahr bis Ende Juni seinen Gewinn auf 6,5 Millionen Euro nach 2,9 Millionen Euro vor Jahresfrist. Zu dem Gewinnsprung trugen auch gesunkene Ertragssteuern bei. Der operative Gewinn (Ebit) schnellte um gut 90 Prozent auf elf Millionen Euro in die Höhe. Marseille Kliniken setzte 195 Millionen Euro um - ein Plus von drei Prozent.

Zur weiteren Geschäftsentwicklung äußerte sich Thanheiser zuversichtlich. „Man kann mit Recht den Pflegemarkt als den Wachstumstreiber des deutschen Gesundheitsmarkts bezeichnen“, sagte der Manager. Für das aktuelle Geschäftsjahr 2012/13 stellte er ein leichtes Umsatzplus und einen Zuwachs des operativen Gewinns in Aussicht. Im aktuellen Geschäftsjahr wollen die Marseille-Kliniken die Belegung ihrer Häuser auf über 90 Prozent steigern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Krankenhauskonzern: Rhön-Übernahmekampf berührt Marseille kaum"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%