Kreditkarten-Anbieter
Kauffreude der Kunden bringt Visa Gewinne

Die Kunden gehen gern shoppen und Visa profitiert davon. Der Kreditkarten-Anbieter konnte seinen Gewinn um 26 Prozent steigern. Die guten Zahlen stehen aber im Schatten der US-Sanktionen gegen Russland.
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Foster CityDie anhaltende Kauflust der Kundschaft beflügelt den Kreditkarten-Anbieter Visa. Der Rivale von Mastercard und American Express konnte in seinem zweiten Geschäftsquartal seinen Gewinn um 26 Prozent auf unterm Strich 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) steigern, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Zu dem Sprung trug auch eine geringere Steuerquote bei.

Visa wickelte von Januar bis März Zahlungen über 1,1 Billionen Dollar ab, was ein Zuwachs von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war. Visa verdient vor allem an den Gebühren, die Händler für die Nutzung des Dienstes berappen müssen. Visa vergibt im Gegensatz zu American Express dabei nicht den eigentlichen Kredit. Das machen zumeist Banken, die die Karten ausgeben.

Wegen des starken Dollar ging das Umsatzwachstum von Visa in den drei Monaten bis Ende März allerdings auf sieben Prozent zurück nach elf Prozent im Vorquartal. Damit fiel das prozentuale Plus erstmals seit mehr als vier Jahren nur noch einstellig aus.

Allerdings rechnet der weltgrößte Kreditkartenanbieter wegen der US-Sanktionen gegen Russland mit einem Dämpfer für das Geschäft. "Wir sind gefangen zwischen der Politik der USA und Politik von Russland", sagte Visa-Finanzvorstand Byron Pollitt am Donnerstag bei der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen. Die Transaktionen in Russland gingen bereits spürbar zurück und die Sanktionen würden ihre Spuren auch im weiteren Geschäft hinterlassen. Am Markt kam die Nachricht nicht gut an: Die Visa-Aktie verlor nachbörslich rund fünf Prozent an Wert.

Im Zuge der Ukraine-Krise hatte US-Präsident Barack Obama kürzlich Sanktionen gegen Russland verhängt. Daraufhin stellten Visa und Mastercard ihre Zusammenarbeit mit zwei russischen Banken ein. Als Reaktion will der russische Präsident Wladimir Putin nun eine eigene Kreditkarte schaffen, um die Abhängigkeit von Visa und Mastercard zu verringern.

Visa-Finanzvorstand Pollitt äußerte dennoch die Hoffnung, dass das Unternehmen auch weiterhin in Russland aktiv sein könnte: "Wir haben 100 Millionen Kreditkarten-Kunden in Russland und niemand dürfte ein Interesse daran haben, auch die Russen nicht, wenn diese Karten von den Bürgern nicht mehr genutzt werden könnten."

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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