Kreislaufwirtschaft: Acht Milliarden aus Müll und Schrott

Kreislaufwirtschaft
Acht Milliarden aus Müll und Schrott

Knappe Ressourcen und steigende Preise treiben die Nutzung von wiederverwertbaren Rohstoffen an. Die Kreislaufwirtschaft ersetzt schon 15 Prozent des Rohstoffverbrauchs. Das verringert die Abhängigkeit aus dem Ausland.
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BerlinBerge von Plastikflaschen, bunt, zusammengequetscht, liegen auf dem Werkshof. In den Produktionshallen stehen Dutzende weiße Zwei-Meter-Säcke – gefüllt mit Pet-Flakes – geschredderten Flaschen, die Luft riecht säuerlich. Hier, bei der Berliner PAV Recyclate GmbH & Co KG, dreht sich alles um die Wiederverwertung und den Handel mit gebrauchtem Kunststoff.

PAV, ein kleiner, aber innovativer Recycler, der sich eigens entwickelte Kunststoffmischungen auch patentieren lässt, erzielt mit 17 Mitarbeitern einen Umsatz von jährlich acht Millionen Euro – in einem der großen Zukunftsmärkte bundesweit.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Berlin hat gestern die Bedeutung der sogenannten Kreislaufwirtschaft in einer Studie vorgestellt. Bundesweit arbeiten demnach in der Branche schon jetzt rund 170 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in mehr als 7700 Unternehmen. Ihr Umsatz erreichte 2011 rund 56 Milliarden Euro. Und die weiteren Aussichten sind gut: Bis 2020 wird den Unternehmen ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 3,5 Prozent vorhergesagt. Berlin ist in Deutschland der größte zusammenhängende Entsorgungsraum mit einer Vielfalt kleiner und mittelständischer Unternehmen wie PAV.

Steigende Preise und die zunehmende Knappheit von Rohstoffen machen die Nutzung von Sekundärrohstoffen in der Industrie immer wichtiger. Bereits 2009 ersetzten nach Berechnungen des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Sekundärrohstoffe bundesweit Rohstoffimporte im Wert von 8,4 Milliarden Euro, nach 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2007. Mittlerweile entspricht das einem Anteil am gesamten Rohstoffverbrauch von rund 15 Prozent – Tendenz weiter steigend.

Einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge leiden neun von zehn Industrieunternehmen in Deutschland unter steigenden Rohstoffpreisen. Mehr als jeder zweite Betrieb befürchtet, erforderliche Rohstoffe in Zukunft nicht mehr zu erhalten. Die in der sogenannten Kreislaufwirtschaft zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe ersetzen Primärrohstoffe, die in Deutschland überwiegend aus dem Ausland importiert werden müssen.

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Abfall-Wiederverwertung spart jährlich 18 Mio. Tonnen CO2

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