Kreuzfahrten
Reeder geben hohen Ölpreis an Fahrgäste weiter

Kreuzfahrten werden teurer, weil die Reedereien die gestiegenen Treibstoffkosten nicht mehr auf den Preis abwälzen können. Nach der Tui-Tochter Hapag-Lloyd (HL) Anfang des Jahres verlangt jetzt erstmals auch die schleswig-holsteinische Kreuzfahrt-Reederei Deilmann einen so genannten Bunkerzuschlag von acht Euro pro Person und Tag – vergleichbar mit Kerosinzuschlägen bei internationalen Airlines.

HAMBURG. „Aufgrund der enormen Kostensteigerungen beim Rohöl sehen wir uns gezwungen, künftig Bunkerzuschläge zu erheben. Sie geben die rasant gestiegenen Mehrkosten aber nur anteilig wieder“, erklärt ein Deilmann-Sprecher. Die Deilmann-Reederei ist einer der führenden Anbieter für hochwertige Kreuzfahrten und hat unter anderem die MS Deutschland – bekannter unter dem Namen „ZDF-Traumschiff“ – im Angebot. Das oldenburgische Unternehmen ist damit die zweite deutsche Premiumreederei, die in ihrer Firmengeschichte einen Treibstoffzuschlag (Bunker) erhebt. Branchenführer Hapag-Lloyd hatte damit bereits zum Jahresanfang begonnen. „Wir nehmen künftig Bunkerzuschläge, weil wir die Kataloge bereits bis 2008 geplant haben und nicht wissen, wie sich die Rohölkosten entwickeln “, sagt eine Hapag-Lloyd-Sprecherin.

Dass die Reeder erstmals Treibstoffzuschläge von ihren Passagieren fordern, belegt den wachsenden Ertragsdruck in der Branche. Denn bei einem Gesamtpreis pro Reise von rund 350 Euro pro Tag schlägt zwar der derzeit erhobene Zuschlag mit zwei bis drei Prozent kaum ins Gewicht. Einsparungen bei Service und Personal sind aber nicht mehr möglich, um die gestiegenen Treibstoffkosten der Luxusliner abzufedern.

Viele Reedereien scheuen sich aber vor höheren Zuschlägen, um keine Kunden zu verlieren. Dazu gehört die Bremer Hansa Kreuzfahrten GmbH, die sich mit ihren Passagierschiffe „MS Paloma“ und „MS Delphin“ im mittleren Preissegment bewegt.

„Eigentlich müssten die Bunkerzuschläge bei den Rohölkosten deutlich höher ausfallen. Doch größere Zuschläge sind angesichts des harten Preiswettbewerbs nicht durchzusetzen“, meint der Geschäftsführer Axel Schmidt. Branchenexperten schätzen, dass sich die Bunkerkosten der Kreuzfahrtreeder in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt haben. Sie machen rund 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten einer Kreuzfahrt aus, heißt es in Branchenkreisen.

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