Kreuzfahrtpläne mit Carnival geplatzt
Nächste Schlappe für Tui-Chef Frenzel

Der Reisekonzern Tui hat völlig überraschend seine ehrgeizigen Pläne zum Einstieg in das Massen-Kreuzfahrtgeschäft weitgehend gestoppt. Erst im Dezember 2006 hatte Tui-Konzernchef Michael Frenzel den Einstieg in das Wachstumssegment angekündigt. Ganz aufgeben wird der Konzern seine Kreuzfahrt-Pläne aber nicht.

HB HANNOVER/MIAMI. Das gemeinsame Kreuzfahrten-Projekt von Tui und Aida ist geplatzt. Tui und die Aida-Mutter Carnival in Miami hätten sich darauf verständigt, die kartellrechtliche Anmeldung für ein Gemeinschaftsunternehmen zum Aufbau eines neuen Kreuzfahrtgeschäfts zurückzunehmen, teilte Tui in Hannover am Mittwoch mit. An den Plänen, die eigenen Kreuzfahrtaktivitäten auszubauen, halte die Tui AG aber fest. Dies solle nun im Rahmen von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten stattfinden. Für konkrete Pläne sei es aber noch zu früh, hieß es.

Grund für das Scheitern des geplanten Joint Ventures sei das schwierige wettbewerbsrechtliche Umfeld, das es unmöglich mache, die Transaktion noch im laufenden Geschäftsjahr von Carnival abzuschließen, erklärten die Unternehmen. Damit drohten steuerliche Nachteile und die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens sei gefährdet.

Tui hatt Ende 2006 mitgeteilt, mit 300 Millionen Euro in die Marke Aida des US-Kreuzfahrtriesen Carnival Cruises einzusteigen. Gemeinsam mit der deutschen Carnival-Tochter Aida wollte das Unternehmen die Kreuzfahrtmarke „Tui Cruises“ aufbauen und damit in dem lukrativen Markt ins Massengeschäft einsteigen. Das erste „Tui-Cruises“ Schiff sollte 2010 in See stechen. In seinem Kernmarkt Deutschland ist der Reise- und Schifffahrtskonzern bei Kreuzfahrten für breite Kundenschichten bisher nicht vertreten.

Die Tui-Tochter Hapag-Lloyd Kreuzfahrten betreibt zwar vier Schiffe im deutschsprachigen Markt. Aber sie bietet vor allem Expeditions- und Luxusreisen im oberen Preissegment an. Darüber hinaus betreibt die jetzt aus der Fusion mit dem britischen Anbieter First Choice entstandene Reisetochter Tui Travel im englischen Markt fünf Schiffe unter der Marke „Thomson Cruises“ sowie zwei unter der Marke „Island Cruises“.

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