Kreuzfahrtschiffe
Das Geschäft mit der Sehnsucht kennt keine Grenzen

Die Kreuzfahrtbranche kennt bislang keine Krise. Urlaub auf dem Meer ist der Renner auf dem Reisemarkt. Doch nicht alles ist eitler Sonnenschein. Zwar wächst die Flotte der gigantischen Hotelschiffe von Jahr zu Jahr. Langsam aber sicher stößt sie aber an ihre Grenzen.
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DÜSSELDORF. Groß, größer, gigantisch: Die "Allure of the Seas" ist mit über 360 Metern Länge und 16 Decks das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. 6 300 Gäste passen in diesen, vor ein paar Wochen in Florida in Dienst gestellten dicken Pott von Royal Caribbean Cruises, dem weltweit zweitgrößten Kreuzfahrtenanbieter.

Die Passagiere auf der "Allure" werden betreut von über 2 100 Crew-Mitgliedern. Ihnen stehen mehr als zwei Dutzend Restaurants zur Verfügung, 21 Swimmingpools und ein prächtiges Theater. Entspannen können sie sich auch in einem "Central Park" an Bord mit mehr als 12 000 Grünpflanzen, auf Surf-Simulatoren oder an Kletterwänden.

Der auf einer finnischen Werft gebaute Riesenkreuzer wird sich nur durch die Karibik bewegen - und trifft dort gelegentlich auf einen nahezu genauso großen Wettbewerber: die auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaute "Disney Dream".

Deren Jungfernfahrt ist für Ende Januar 2011 geplant. Das dritte Schiff der Disney-Reederei ist für 4 000 Passagiere konzipiert. Eine Art schwimmendes Entenhausen für die ganze Familie, unter anderem mit Pools, die nach Micky Maus und Donald Duck benannt sind. Eine der Top-Attraktionen ist "Aqua-Duck", eine Wildwasserbahn, die die lieben Kleinen sicher über vier Decks durch das Schiff katapultiert.

Spätestens 2015 zwei Millionen deutsche Kreuzfahrtgäste

Mit jedem Schiffsriesen springt auch die Zahl der Kabinen nach oben, die mit zahlenden Gästen gefüllt werden müssen. Doch das schockt die Branche noch nicht: weder in Amerika, wo die Urlaubsform Kreuzfahrt schon länger entdeckt ist, noch in Europa oder in Deutschland. Die Cruise Lines International Association schätzt, dass die Zahl der Passagiere in diesem Jahr wieder um 6,4 Prozent gestiegen ist.

Fast elf Millionen Kreuzfahrtgäste stammen aus Nordamerika, etwa 3,6 Millionen aus anderen Regionen, vorwiegend Europa. Michael Thamm, Chef des Marktführers Aida Cruises, hat gerade das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Nach 500 000 Passagieren im Krisenjahr 2009 waren es nun fast 100 000 Gäste mehr. Der Umsatz stieg um 160 Millionen Euro auf über 880 Millionen Euro. Mit sechs Schiffen war Aida, seit einigen Jahren Tochter des US-Weltmarktführers Carnival Cruises, in das laufende Jahr gestartet. Im Februar kam ein siebtes Schiff hinzu, und am 9. April 2011 folgt mit der "Aidasol" das achte, für etwa 2 000 Passagiere, mit reichlich Wellness-Angeboten und einer eigenen Hausbrauerei. Weitere Schiffe sollen 2012 folgen.

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