Krise beim Betreiber des Tunnels unter dem Ärmelkanal verschärft sich
Kleinaktionäre stürzen Eurotunnel-Vorstand

Rebellische Kleinaktionäre haben gestern den Vorstand von Eurotunnel gestürzt und eine neue Führung eingesetzt. Der neue Verwaltungsratschef Jacques Maillot kündigte Verhandlungen mit den Gläubigern und dem Staat an. Frankreich und Großbritannien lehnen unter Berufung auf den Eurotunnel-Vertrag von 1986, der Staatshilfen ausschließt, eine Finanzspritze ab. Maillot sagte, der Vertrag könne geändert werden.

ali/cn/Reuters/dpa PARIS. Die Kleinaktionäre, die auf der Hauptversammlung die Mehrheit der anwesenden Stimmen repräsentierten, hatten alle Tagesordnungspunkte der ordentlichen Hauptversammlung einschließlich des Jahresabschlusses und der Bestätigung der Spitzenmanager abgelehnt und damit den Weg für eine neue Unternehmensführung geebnet.

Die Anteilseigner votierten sowohl gegen die Verlängerung des Mandats von Konzernchef Richard Shirrefs als auch des Vorsitzenden des Direktoriums, Charles Mackay, ab. Der als Retter engagierte ehemalige Club-Med-Chef Philippe Bourguignon warf bereits vor dem Aktionärstreffens das Handtuch.

Schon vor Beginn der Hauptversammlung der Betreibergesellschaft des Tunnels unter dem Ärmelkanal stand fest, dass Vorstandschef Shirrefs nicht mehr die Mehrheit der Stimmen hinter sich hatte.

Analysten bezweifeln, dass der neue Vorstand die Krise bei Eurotunnel beenden kann. „Wer auch immer am Freitag die Kontrolle bei Eurotunnel hat, er hat die gleichen Probleme wie heute: zu viele Schulden und nicht genug Erträge“, sagte UBS-Analyst Andrew Dennis.

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