Krise der Reisebranche scheint beendet
Der-Touristik schlägt Rekordkurs ein

Die Reiseveranstalter der zur Rewe-Touristik gehörenden Der-Gruppe Deutsches Reisebüro GmbH haben die anhaltende Konsumkrise im Reisemarkt überwunden.

ek FRANKFURT. „Wir liegen schon über den Zahlen von 2000, und wir werden wohl 2004 sogar das Jahr 2001 übertreffen, das bislang das beste unserer Firmengeschichte war“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Peter Landsberger, vor Journalisten.

Bei den Veranstaltern Dertour, Meier’s Weltreisen und ADAC Reisen sei in diesem Jahr mit „Bestmarken“ zu rechnen, ergänzte der Vorsitzende der Geschäftsführung, der diese Woche in den Ruhestand geht. Die positive Einschätzung gewinne vor dem Hintergrund an Gewicht, dass das zurückliegende Geschäftsjahr das schwierigste seiner 41-jährigen Laufbahn gewesen sei. Die Der- Gruppe, zu der neben den touristischen Veranstaltern 258 Reisebüros und 93 Business Travel-Agenturen zählen, blieb 2003 beim Umsatz von 2,16 Mrd. Euro 8,7 % und beim Ergebnis vor Steuern mit 29 Mill. Euro 31,6 % hinter den Vorjahreszahlen zurück. Dies sei angesichts Terrorangst, Irak-Krieg, Sars-Epidemie und den unsicheren Konjunkturaussichten auch mit Blick auf den Wettbewerb zufrieden stellend gewesen.

Immerhin betrage die Umsatzrendite vor Steuern noch 3,3 % – nach „rekordverdächtigen 4,6 % im Jahr 2002. Speziell im schwächeren Reisebüro- Geschäft sei das Ergebnis durch Kostenreduzierungen in Höhe von 5 bis 6 Mill. Euro deutlich verbessert worden, betonte Norbert Fiebig, bislang Finanzchef und künftig Geschäftsführungs-Sprecher der Der-Gruppe. Bei den Fernreisen steigerte Dertour den Umsatz leicht um 1,5 % – obwohl das Asiengeschäft um 35 % und Reisen in den Mittleren Osten um 7 % zurückgingen. Selbst das Nordamerika-Geschäft, in dem Dertour seit Jahren Marktführer ist, habe sich noch leicht verbessert, berichtete Landsberger. Die verschärften Einreise-Prozeduren in den USA hätten die Nachfrage nicht beeinträchtigt, ergänzte Der-Touristikchef Michael Frese.

Die Rewe-Touristik hatte insgesamt im letzten Jahr 4,1 Mrd. Euro Umsatz (-6,9 %) berichtet. Ein Ergebnis wurde nicht genannt, der inzwischen ausgeschiedene Rewe-Chef Hans Reischl hatte sich jedoch zufrieden geäußert.

Für den Branchenprimus Tui hatte Konzernchef Michael Frenzel vergangene Woche auf der Hauptversammlung in Hannover viel Optimismus gezeigt. Im stets schwachen ersten Quartal des touristischen Jahres 2003/2004 (November bis Januar) hatte der Konzern allerdings einen operativen Verlust von 185 Mill. Euro gemeldet, bei allmählich steigenden Umsätzen. Im vergangenen Jahr war die Touristik- Division Europa Mitte nicht aus den roten Zahlen gekommen. Bei Thomas Cook war das Vorjahresergebnis mit 251 Mill. Euro tief ins Minus gerutscht. Das erste Quartal brachte einen weiteren Umsatzrückgang um 5 %. Gut lief das Geschäft bei der Hauptmarke Neckermann, mit 15 % mehr Gästen, jedoch nur 10 % mehr Umsatz. Für 2003/2004 rechnet Konzernchef Wolfgang Beeser erneut mit einem zweistelligen Millionenverlust.

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