Krise trifft Premium-Produkte
Italiens Luxushäuser bauen um

Mit der Krise der Luxusindustrie ist eine fast fieberhafte Suche nach fähigen, externen Managern ausgebrochen. Und auch Private-Equity-Fonds spielen mangels Liquidität eine immer größere Rolle.

MAILAND. Der zweitgrößte Brillenhersteller weltweit, Safilo, entscheidet am Freitag, an welchen Fonds die Kontrolle geht, die bisher in den Händen der Familie Tabacchi lag. Die Krise hat dem bereits stark verschuldeten italienischen Unternehmen zugesetzt. Der neue Eigentümer soll Safilo, das unter anderem Luxus-Brillen für Boss und Armani herstellt, vor allem frisches Kapital bringen. Außerdem sucht das Unternehmen neue Manager, um die Führungsriege des Vorstandsvorsitzenden Roberto Vedovotto zu stärken.

Mit der Krise der Luxusindustrie ist eine fast fieberhafte Suche nach fähigen, externen Managern ausgebrochen. Und auch Private-Equity-Fonds spielen mangels Liquidität eine immer größere Rolle.

Safilo ist nur das jüngste Beispiel für eine Krise, die die gesamte Branche trifft. Während die Branche noch bis vor einem Jahr predigte, dass der wahre Luxus sich auch in Krisenzeiten halten könnte, ist sie nun eines besseren belehrt. Nach den USA sind auch wichtige Wachstumsmärkte wie Russland eingebrochen. Italien, dessen Bekleidungs- und Lederwarenindustrie allein rund 70 Mrd. Euro jährlich umsetzt und mehr als 38 Mrd. Euro exportiert, ist davon besonders betroffen.

Der Designer Roberto Cavalli hat diese Woche angekündigt, dass er 30 Prozent seines gleichnamigen Unternehmens für schätzungsweise 300 Mio. Euro an den Private-Equity-Fonds Clessidra verkaufen wird. Außerdem sucht er nach einem externen Manager, der das Unternehmen durch die Krise führen kann, das er bisher selbst geführt hat. Der Juwelier Bulgari sucht seit März nach einem neuen Finanzchef, und auch Versace könnte bald nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden Ausschau halten, wenn sich die Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt von Giancarlo Di Risio bewahrheiten. Bisher hat Versace die angeblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Di Risio und der Großaktionärin und Gründerschwester Donatella Versace jedoch bestritten.

Michele Tronconi, der Vorsitzende der Textilverbands Sistema Moda Italia (SMI), beobachtet den Einstieg der Fonds und die Suche nach externen Managern mit Interesse. "Ob das die Lösung für die Krise oder nur ein Symptom ist, werden wir erst sagen können, wenn die Krise vorbei ist", sagt der Verbandspräsident.

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