Krise verhindert Milliardendeals
Blackstone in der Verlustzone

Die US-Beteiligungsfirma Blackstone hat nach ihrem Börsengang rote Zahlen geschrieben. Der auch an der Deutschen Telekom beteiligte Finanzinvestor hat damit die Krise an den Kreditmärkten im dritten Quartal deutlich zu spüren bekommen.

HB NEW YORK. Seit fast einem halben Jahr seien die Finanzierungsmöglichkeiten "sehr herausfordernd“, teilte Blackstone am Montag mit. Sollte sich die Lage an den Märkten nicht verbessern, seien größere Milliardenübernahmen auch künftig kaum zu stemmen. Es werde noch ungefähr sechs Monate dauern, bis die Effekte dieser Situation nicht mehr zu spüren seien, sagte Blackstone-Chef Stephen Schwarzman.

Im abgelaufenen Vierteljahr schrieb Blackstone einen Nettoverlust von rund 113 Mill. Dollar nach einem Gewinn von mehr als 372 Mill. Dollar vor einem Jahr. Der Fehlbetrag sei vor allem auf Sonderbelastungen in Höhe von gut 800 Mill. Dollar wegen der Aktienvergütung von Mitarbeitern zurückzuführen. Die Umsätze stiegen auf 526,7 Mill. Dollar von 461,5 Mill. Dollar ein Jahr zuvor, lagen damit aber unter den Analystenprognosen. An der Börse wurden die Zahlen negativ bewertet: Die Papiere gaben mehr als sieben Prozent nach.

Zuletzt sei besonders das Immobiliengeschäft in heftige Turbulenzen geraten, sagte Schwarzman. In den vergangenen drei Monaten ging hier der Umsatz zurück, während er in den anderen drei Sparten Unternehmensbeteiligungen, Hedge Fonds und Fusionsberatung zulegte. Allerdings habe sich das Preisniveau bei Immobilien und Unternehmen verbessert, sagte Schwarzman weiter. Im vergangenen Monat hatte Blackstone die Übernahme der US-Hotelkette Hilton im Volumen von 20 Mrd. Dollar abgeschlossen. Die Beteiligungsgesellschaft habe dabei 5,65 Mrd. Dollar aus eigenen Mitteln investiert.

Die großen Beteiligungsfirmen haben seit Monaten Schwierigkeiten, Banken zur Finanzierung von Milliardenübernahmen zu finden. Denn die Institute können diese Großkredite derzeit wegen der Vertrauenskrise an den Märkten kaum an Investoren weiterverkaufen. Zahlreiche bereits vereinbarte Geschäfte können daher nicht abgeschlossen werden.

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